Kvarnhult
Kvarnhult

...vom 31. Mai bis 16. Juli 2007...

Situation am 31. Mai 2007

Wetterlage

Ein Hoch über dem nördlichen "Norrland" lässt Freude aufkommen: 20 Stunden Sonnenschein und Temperaturen um die 20-Grad-Marke. Zum Wochenende sollen +25°C erreicht werden.

Am Bienenstand

Die Bienen tragen fleißig den ersten Heidelbeerennektar ein. Die Honigräume (Halbzargen) sind aufgesetzt. Im 5-Waben-Kasten ist die erste Königinnenzelle verdeckelt (geschlossen).

Trachtverhältnisse

Früher als erwartet setzt die Heidelbeerenblüte ein. Eine Großtracht, wie man sie in Deutschland nicht kennt. Tausende Hektar Heidelbeeren, durchsetzt mit Preiselbeeren und Krähenbeeren. Unvorstellbar!

Was sonst noch geschieht

 

 

 

 

 

HEJ

nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Deutschland sehe ich dich am 25. Juni wieder!<

 

Wetterlage

Am 25. Juni, dem Tage meiner Ankunft, ist es warm, so um 19°C, und trocken. Der 26. Juni zeigt sich kühl und regnerisch. Sonne und Regen, bei einer Höchsttemperatur um 17°C, wechseln sich am 27. Juni ab.
Sonnenaufgang 01.45 Uhr, Sonnenuntergang 23.45 Uhr. Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ist es so hell, als sei die Sonne gerade einmal hinter einer Wolke verschwunden.

 

Am Bienenstand

Die erste Durchsicht der Völker enttäuscht mich sehr. Es ist kaum eine Gewichtszunahme zu erkennen; vor allem aber ist die Drohnen- Population gering.
Beides ist wohl auf die Wettersituation der vergangenen drei Wochen zurückzuführen: Vom 4. Juni an war es zunächst sehr heiß und trocken, so dass die Nektarquelle der Heidelbeeren, der ersten Großtracht im Bienenjahr, versiegte. Gegen den 14. Juni setzte eine Regen- und Kälteperiode ein, mit Höchsttemperaturen um 12°C und Tiefsttemperaturen nahe 0°C.

 

Trachtverhältnisse

Flächendeckende Blüte der Preiselbeere. Hinzu kommen Sumpfporst, Wachtelweizen, Butterblume, Karthäusernelke u.v.a. Wildblumen. Es bleibt zu hoffen, dass die Großtracht der Preiselbeere und ab Mitte Juli die Heide mein Imkerherz doch noch höher schlagen lassen werden; doch Lappland wäre nicht Lappland, könnte man sich dessen sicher sein! Ein ungünstiger Wetterumschwung und alles ist zunichte gemacht.

 

Zucht

Am 2. Juni hängte ich dem zum Vatervolk bestimmten (starken) Volk eine Drohnenwabe sowie einen Baurahmen zu. Die Einleitung der Königinnenzucht (Bestiften) war auf den 28. Juni geplant, so dass mit dem Beginn des Begattungsfluges frühestens zum 19. Juli hätte gerechnet werden können. Zu jenem Zeitpunkt wären die Drohnen, bei Bestiftung der Drohnenwabe wie erhofft, überwiegend mehr als 16 Tage alt, also voll geschlechtsreif, gewesen.

Und nun erwies sich wieder einmal, wie wenig wir Imker, zumal in Lappland, das Geschehen im Bienenvolk (auch Bien genannt) steuern können:

Obwohl der Baurahmen schön ausgebaut ist und, sowie auch die Drohnenwabe, voll bebrütet war, sind in dem Volk nicht sehr viele Drohnen vorhanden. Die Drohnenbrut wurde von den Arbeiterinnen während der letzten Schlechtwettertage ganz einfach "ausgeräumt", wie an den vor dem Flugloch herumliegenden Drohnenpuppen zu erkennen ist! Damit zeigte mir der "Bien" wieder einmal, dass er nicht menschlichen Begehrlichkeiten folgt, sondern sein Handeln ausschließlich eigenen Notwendigkeiten angepasst ist. Und wenn die Natur die Trachtquellen versiegen lässt und zudem eine Kälteperiode hereinbricht, wozu braucht der "Bien" dann Drohnen, diese für solche Zeiten "unnötigen Fresser"?

Aus dieser Situation folgt, dass ich die Königinnenzucht nicht im geplanten Umfange durchführen kann, um eine gute Begattung der Königinnen zu erreichen. Ob sich die Drohnenpopulation so erholt, dass dann gegebenenfalls eine zweite Zuchtserie möglich werden wird, ist vom Wetter abhängig. Die Zuchteinleitung der ersten Serie ist zum 30. Juni (Bestiftung der Nicot- Näpfchen- Erstanwendung) geplant. Nach dem Schlüpfen der Königinnen der ersten Serie werde ich alle Interessenten per e-Mail über den voraussichtlichen Versandtermin und über die weitere Entwicklung informieren

Situation am 02. Juli 2007

Wetterlage

Es ist schwülwarm, ein sehr gutes Trachtklima also. Ab der kommenden Woche soll sich die Wetterlage stabilisieren. Hinsichtlich der Königinnenzucht kommt somit doch noch ein Lichtblick auf, so die vorhandenen Drohnen bis zum Begattungszeitpunkt die gewünschte Kondition erreichen werden.

 

Am Bienenstand
Die Bienen fliegen fleißig, die Magazine nehmen endlich an Gewicht zu. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass hier oben Magazintürme, wie sie in Deutschland vorkommen (können), niemals zu erreichen sind. Eineinhalb Brutzargen und eine Honigzarge sind die Regel. Meine Honigvölker weisen gegenwärtig je eine zu 70% gefüllte Vollzarge oder eine volle und fast verdeckelte Halbzarge auf. Die hiesigen schwedischen Imker kennen keine Halbzargen, so beschränken sich deren Magazine in aller Regel auf zwei Vollzargen, in besten Jahren auf allenfalls drei Vollzargen. Die geringe Ernte wird jedoch durch die Güte des Honigs mehr als ausgeglichen. Oftmals ist weniger eben mehr. Und 20 kg Nordskandinavischer Wildblütenhonig je Volk, frei von Pestiziden, Herbiziden und sonstigen "Segnungen" der Landwirtschaft und der dicht besiedelten Räume, sind eben mehr als 80 kg Rapshonig! Und komme man nur nicht mit Tschernobil, wie unlängst ein Imkerkollege aus Niedersachsen: Der höchste Norden Schwedens war weniger betroffen als einige Regionen in Deutschland! Schlimm war es in Jämtland, wo ganze Rentierherden "vernichtet" werden mussten und auch für viele Seen ein Fischereiverbot erteilt worden ist. Hier oben in Lappland kam wegen Tschernobil kein Rentier zu Tode und kein See wurde gesperrt, und das bei dem schwedischen Lebensmittelrecht, welches an Schärfe und an Konsequenz wohl vor Deutschland liegt.

Trachtverhältnisse
Die Preiselbeere, die Arktische Brombeere, die wilde Himbeere, der wunderbar duftende Sumpfporst, die Moosbeere, der Wachtelweizen, die Butterblume, die Karthäusernelke, viele Kleearten und eine Vielzahl weiterer Wildblumen, auch Orchideen, stehen in voller Blüte.

Zucht
Am 30. Juni leitete ich die Zucht (erstmals nach Nicot -näheres dazu unter "Zucht"-) ein. Heute begann die Königin mit der Eiablage.
So mit den Drohnen gerechnet werden kann, kommt nun doch wieder Hoffnung auf! Dennoch gilt es abzuwarten.

Kunststoffwäbchen mit herausnehmbaren Zellen nach "Nicot". In der dritten Zellenreihe von unten ist links die Königin (2. Biene) bei der Kontrolle einer Zelle zu sehen.

Situation am 4. Juli 2007

Wetterlage
Es ist sehr warm und schwül, ein ideales Tracht- und auch Zuchtwetter.
Der Himmel zeigt sich in einem leuchtenden Blau mit großen weißen Wolken, typisch nordisch!
Temperaturen: 6 Uhr +19°C, 15.30 Uhr +25°C

Am Bienenstand
Die durch die kalten Tage im Juni zurückgeworfenen Völker holen ordentlich auf! Nachmittags sind nun auch Drohnen unterwegs. Allerdings sind die meisten Drohnen noch nicht begattungsfähig, wie ein sanft vorgenommener Test zeigte: Begattungsfähige Drohnen stülpen bei sanftem Rollen und seitlichem weichen Drücken des Hinterleibes sofort einen Teil des Begattungsapparates, die Hörnchen, aus!

Heute wurden die Nicot-Zuchtnäpfchen, welche vergangenen Sonntag und Montag bestiftet worden waren dem Aufzuchtsvolk zugegeben; Schlupftermin der Königinnen, so die kleinen Maden hoffentlich in Pflege genommen werden, ist der 17. Juli. Es bleibt zu hoffen dass wir ab dem 22. Juli ideales Flugwetter und vor allem genügend begattungsfähige Drohnen haben werden.

Trachtverhältnisse
Keine Änderung gegenüber des letzten Berichtes.

 

Was sonst noch geschieht
Das feuchtwarme Wetter kommt nicht nur den Bienen zugute; auch Stechmücken, Bremsen (vor allem die grünäugige Rentierbremse) und Knotten (ganz üble kleine Fliegen, die nicht stechen, sondern in Scharen Mensch und Tier anfressen, weshalb ich sie "fliegende Piranhas" nenne) sind in einer Invasion über das Land hergefallen.

Meine Hausschwalben haben drei niedliche Junge gezogen. Auf dem Scheunenboden befinden sich zudem zwei Nester mit jeweils drei Schwälblein.
Gestern fand ich auf dem Weg vor meinem Haus ein (wirklich) verwaistes Vogelküken, es ist wohl ein Grauer Fliegenschnäpper. Es wird nun "von Hand" aufgezogen und später ausgewildert werden.
Der Graue Fliegenschnäpper, ein Zugvogel von 15 cm Länge, lebt an Waldrändern, Lichtungen und Kahlschlägen.

 

 

 

Die Schwalbenkinder

Das Findelkind Camillo

Situation am 8. Juli 2007

Wetterlage
Das Wetter schlägt Kapriolen. Von +25°C noch am Donnerstag erleben wir einen Temperatursturz auf +10° Tageshöchsttemperatur seit Freitag, und dies bei Regen und hartem Wind!

Ein schauriger Sommerabend am Lillträsket.

Am Bienenstand
Wetterbedingt herrscht absolute Ruhe. Mehr ist nicht zu sagen.
Zum Glück sind es bis zum Paarungsflug der ersten Königinnen noch zwei Wochen, sonst sähe es nicht gut aus!

 

Trachtverhältnisse
Gegenüber des letzten Berichts ist keine wesentliche Veränderung zu vermelden.

 

Was sonst noch geschieht
An erster Stelle darf ich das gefiederte Findelkind "Camillo" erwähnen. Es ist eine Freude, die Entwicklung des Winzlings erleben zu dürfen. Er ist stets hungrig, gebraucht schon eifrig seine Flügelchen und er ist sehr zutraulich.

...und so wohlbehütet!

Seit vergangenem Mittwoch weilt eine Volkstanzgruppe aus den Gemeinden Unterkohlstätten und Glunsing im Burgenland/ Österreich zu Besuch in Malå. Bei hochsommerlichen Temperaturen trat die Truppe am Donnerstag auf dem Marktplatz zu Malå auf. Am Sonntag gestaltete ein Instrumentaltrio der Gäste den Gottesdienst mit; mir kam die Ehre der Lesung des Evangeliums (Matth. 16, Verse 13- 20) in Deutscher Sprache zu. Beim Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst, bei welchem mit den Gästen sehr interessante Gespräche geführt werden konnten, boten die Tänzerinnen und Tänzer nochmals ihr Können dar.

Situation vom 9. bis zum 16. Juli 2007

Wetterlage
Wechselhaftes Wetter. Regen, starker Wind bei Temperaturen um die 10°C wechseln sich mit wunderschönen Sommertagen bei Temperaturen bis zu 25°C, so am 16.7., ab. Für die nächsten Tage soll es wechselhaft bleiben.

Am Bienenstand
Wetterbedingt ist es ein Auf und Ab. Mal fliegen die Bienen, mal "hüten sie das Haus". Insgesamt ist der Honigeintrag nicht befriedigend. Aber wer hier oben "imkert", weiß um die gelegentlichen Unbilden dieser hochnordischen Region; schließlich liegt Fairbanks in Alaska südlicher als meine Wahlheimat.

Am 16.7. verschulte ich die schlupfreifen Königinnenzellen der ersten Serie in die Begattungsvölkchen, welche, zusammen mit drei Begattungsablegern für den Eigenbedarf, 10 km vom Heimatstandort entfernt stehen. Der Schlupftermin ist für den 17.7. errechnet. Das Drohnenvolk wird übermorgen aufgestellt werden. Und danach können wir nur noch auf günstiges Wetter und auf "reife" Drohnen hoffen.

Gekäfigte Königinnenzellen.

Trachtverhältnisse
Preiselbeere, Wachtelweizen und Karthäusernelke sind am auslaufen. In voller Blüte stehen Weißklee, Waldklee (Trifolium Medium- ähnlich Rotklee, jedoch ohne weiße Blattschattierung), und (hier kenne ich nur die schwedische und botanische Bezeichnung) Wilde Orchideen (Jungfru Marie nycklar- O´rchis macula´ta), Hagfibbla (Hiera´cium vulga´tum), Femfingerört (Potentilla argentea), Walderdbeere, viele andere unscheinbare Pflanzen. Die Heide wird in ca. einer Woche blühen.

Was sonst noch geschieht
"Camillo", das Pflegekind, unternimmt häufig Ausflüge in die Umgebung; stets kommt er zurück, setzt sich auf die Veranda, auf die eine oder die andere Schulter, oder sehr gerne auf einen ausgestreckten Finger.
Am 14. 7. stieg im Gemeindebackhaus Rauch auf. Ove und seine Frau buken köstliches Fladenbrot (Kläddern).

Im Gemeindebackhaus:

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© Bernd Klotz