Kvarnhult
Kvarnhult

Vom 26. Juli bis 10. September 2010

Die siebte und achte Woche (26. Juli - 8. August)

 

 

Der Sonntag der kein solcher war: Regen, nichts als Regen.

Das Wetter
An nur zwei Tagen liegt die Höchsttemperatur unter 20°. Es ist überwiegend sonnig, die wenigen Regenstunden an 5 Tagen waren notwendig um den Nektarfluss der Heide nicht versiegen zu lassen und um die Beerenernte nicht zu gefährden. Ich bin zufrieden!

26.7. Trübe, 16,7°
27.7. Trübe, gel. Regen, 21,2°
28.7. Sonnig, 21,7°; SA 3.23,  SU 22.17 Uhr
29.7. Regen am Vormittag, danach sonnig, 21,7
30.7. Bedeckt, regnerisch, 22,2°
31.7. Wechselhaft, 20,6°
01.7. Sonnig, 20°
02.8. Sonnig, Regenschauer am Nachmittag, 20,1
03.8. Sonnig, 22,1°
04.8. Bewölkt, ab Nachmittag Regen, 18,1°; SA 3.52, SU 21.51 Uhr
05.8. Sonnig, 22,7°
06.8. Sonnig, 22,7
07.8. Sonnig, 22,6°
08.8. Trübe und regnerisch, 18,4°

Die lieben Bienen
Am 2.8. gehen einige Königinnen auf die Reise, weitere künftige Königinnen schlüpfen am 6.8.
Die Heide blüht, und so stelle ich am 3.8. zwei Völker in diese Tracht.

Und sonst?
Bei einem "Fischzug" geht mir eine kapitale Märäne mit 2,5kg ins Netz.
Die Ernte der Moltebeere ist in vollem Gange, zum Ende des Berichtszeitraumes läuft sie aus, die Ernte der köstlichen Arktischen Brombeere und der Heidelbeere setzt ein. Insgesamt konnte ich 30kg Moltebeeren einbringen, eine super Ernte! Übel indessen schaut es bei meinen Erdbeeren aus, die unten gezeigten Diebe leisteten ganze Arbeit.

Blüte des Sumpf-Herzblattes (Parnassia Palustris)

In meinem Wald am Lainejaur entdecke ich ein Sumpf-Herzblatt (Parnassia Palustris) mit ihrer wunderschönen Blüte. Diese Pflanze wird in Deutschland in Kategorie 3 der Roten Liste geführt.

Eine Maräne (Felchen oder Renke; schwedisch "Sik") mit 62 cm Länge und mit 2,5 kg Gewicht. Die Maräne, zoologisch "Coregonus", kommt in vielen Unterarten vor. In den Nordschwedischen Gewässern überwiegen die abgebildete Großmäräne oder Große Bodenrenke (Coregonus nasus) und die Zwergmaräne (Coregonus albula). Im Grundträsket sind Exemplare mit über 75 cm Länge keine Seltenheit!

Das Wochenende am 31.7./ 1.8. stand in ganz Schweden unter dem Zeichen des Hembygdsdagen, der Heimattage. So wurden im Hembygdsgården zu Malå, einem Freilichtmuseum, am 31. Juli die Lebensbedingungen vergangener Zeiten in Erinnerung gerufen.
Der Hembygdsförbund (Heimatverband), in welchem die örtlichen Vereinigungen zusammengeschlossen sind, setzt sich für die Bewahrung des schwedischen Kulturerbes ein. Viele der örtlichen Vereine unterhalten ein Freilichtmuseum (Hembygdsgården), in welchem historische Gebäude der Region zusammengetragen sind, und ein Heimatmuseum.

Am 1. August besuchte ich das samische Bergdorf Ammarnäs am Ende der Welt. Das pittoresk am Oberlauf des Vindelälven und an dessen Erweiterung zum See Gautsträsk gelegene Dorf mit seiner wunderschönen Kirche zählt ca. 160 Einwohner. Das Dorf trug ursprünglich den samischen Namen Övre Gautsträsk, genannt nach dem See, welcher übersetzt Schalensee heisst. Mit der Einrichtung einer Poststation im Jahre 1895 wurde das Dorf in Ammarnäs umbenannt, Namensgeber ist das Ammarfjäll (Ammargebirge). Das Dorf liegt mitten in dem 550000ha großen Naturschutzgebiet (Reservat) Vindelfjäll, einem der größten Naturschutzgebiete Europas. Das größte Naturreservat Schwedens wird eingegrenzt vom Artfjället zwischen dem Umeälven und der norwegischen Grenze im Westen und den Gebieten der großen Seen, wie dem Storvindeln, im Osten. Das gesamte Reservat dient den Samendörfern (Distikten) Gran, Ran und Ubmeje tjealldie (Umbyn) als Rentierweide, insbesondere als Zuchtgebiet. Aufgrund seiner gewaltigen Ausdehnung weist das Reservat einen geologischen und botanischen Querschnitt durch die Gebirgswelt Lapplands aus. Das Dorf Ammarnäs liegt auf 500 bis 600 Meter über n.n., die das Dorf umgebenden Berge weisen eine Höhe von 1500 bis 1700 m auf, der Sytertoppen erreicht 1766 m. In Ammarnäs endet die Reichsstrasse 363; am Tjulträsk des Tjulån, welcher wilde Fluss in Ammarnäs-Dorf in den Vindelälv mündet, ist Schluss, eine Verbindung hinüber nach Norwegen besteht nicht.
Haupterwerbszweige des Dorfes sind die Rentierwirtschaft und der Tourismus. Ammarnäs ist den Samendörfern (Samebyerna) Ran und Gran zugeordnet, von denen es in Schweden 51 gibt.

 

Die Fahrt führte von Kvarnhult nach Malå, und danach, dem Verlaufe des Vindelälv folgend, über Blattnicksele, Sorsele hinauf nach Ammarnäs:

REALITÄT der Migranten aus Mitteleuropa

 

Was Einwanderer aus Deutschland, Holland und Österreich angeht, sie stellen die Hauptkontingende, gilt eine Wahrheit: "Wer in der Heimat strauchelt, fällt in der Fremde".
Und nahezu alle Auswanderer nach Nordschweden hatten in der Heimat Probleme, welche sie mitnahmen und die sich in Schweden verstärkten. Insbesondere deshalb, weil man blauäugig und ohne einen sicheren Arbeitsplatz sein nordisches Glück suchte. Und wo es für die eigene Jugend keine Arbeit gibt, findet man als Zuwanderer erst recht keine. Die meisten Einwanderer gingen davon aus, irgend etwas mit Tourismus auf die Beine zu stellen und scheiterten zumeist kläglich. Den Vogel schoss ein Hary Rybak ab, der 10 km von mir entfernt ein Touristik-Zentrum betreiben wollte und am Ende hinter "Schwedischen Gardinen" landete. Mit welchen Ideen und unter welchen Vorstellungen Mitteleuropäer, insbesondere Deutsche, auch sonst hierher kommen ist frappierend: Da gibt es seriöse Leute, welche alleine ihrer Nordischen Hunde wegen Karrieren opferten, sich mit einer flüchtig bekannten Hundeenthusiastin zusammen taten, gemeinsam mit ihr von einem zwielichtigen Landsmann eine überteuerte Schimmelhütte kauften und ohne eine Ahnung vom lange währenden und folglich sehr teueren nordischen Winter zu haben sowie ohne Aussicht auf einen gesicherten Arbeitsplatz auswanderten. Bei einem Mann und zwei an sich fremden Frauen in einem Einfamilienhaus war der Streit vorprogrammiert; so schenkte man seine Haushälfte der Miteigentümerin und wohnt inzwischen idyllisch an einer Hauptverkehrsstrasse, ganz so, wie man sich den Schwedentraum gewiss nicht vorstellt. Andere kamen auf die Idee, das Leben der Menschen hier oben mit einem "Tortenservice nach Hausfrauenart" zu versüßen, ohne sich jedoch mit den strengen schwedischen Lebensmittelvorschriften auseinander zu setzen, um nach einem kleinen Hinweis ganz schnell das Geschäft einzustelllen. Eine Ziegenfarm ohne eigene Futtergrundlage ist dann auch noch so eine Idee; wie sagte doch der schwäbische Bauer? "Jetzt, als ich meinem Gaul das Fressen abgewöhnt hatte, ist er verreckt"! Wie kann man auf einer Fläche von unter 1000 qm, incl. bebauter Fläche, eine Ziegenfarm betreiben wollen? Aber ok, es gab ja einst in England den König "Johann ohne Land", weshalb sollte es nicht auch einen "Bauern ohne Land" (Bonde utan mark) geben? Ein ganz cleverer Mitteleuröpäer meinte, in einem Land, welches fast 8 Monate von Schnee bedeckt ist, mit einer Fahrradreparatur seine Brötchen verdienen zu können. Aber klar, der schwedische Staat öffnet seine Sozialkasse sehr gerne und vor allem für arbeitslose Mamas, welche viele Kinder mitbringen. Deutschland ist froh über deren Wegzug und Schweden ist froh über deren Zuzug; doch wer da im Vorteil ist sei dahingestellt. Wieder andere versuchten, nach einer Flucht vor geprellten Kunden in der Heimat, mit ihren handwerklichen Fähigkeiten zu punkten, nicht ahnend, dass gerade im Norden fast jeder sein eigener Handwerker ist, und an deutschem Pfusch kein Interesse haben. Dann gibt es Landsleute, die sich nur mit fremdem Rat und fremder Hilfe halten konnten, sich mit Eingliederungsmaßnahmen und befristeten Jobs durchs Leben schlugen und schlagen, und am Ende ihre Seele verkauften. Ohne selbst eine berufliche Perspektive zu haben waren sie so dreist, sich vor den Anwerbekarren der Kommune spannen zu lassen um in der Heimat gestrauchelte Existenzen für eine Aufstockung der Einwohnerzahl der Kommune anzuwerben, ihnen das Blaue vom (nordischen) Himmel erzählten und Ratschläge zur Existenzgründung gaben, selbst aber scheiterten. Dazu muss man wissen, dass die Kommunen in Schweden keine eigenen Einnahmen haben, sondern voll am Tropf des Staates hängen, welcher ihnen Mittel nach dem Einwohnerschlüssel zuweist. Am Ende verbucht das Königreich Schweden mit solchen Zugängen nur Verluste, weil fast alle, so sie eine Personalnummer haben, nach dem Auslaufen der EU-Existenzgründerförderung oder des staatlichen Arbeitseingliederungsprogrammes aus dem staatlichen Sozialetat alimentiert werden. Und wenn das Geld nicht reicht, so durchwühlt man am Ende Müllbehälter nach Pfandgut .... Einen weiteren "Schwedentraum beschreibe ich bei Winter 2008/09, Teil I unter "Erste verlängerte Woche". Die Leute dort waren schließlich finanziell so am Ende, dass sie die Rechnung für einen Mietwagen, welchen ihnen ein Bekannter von mir für ca. 2 Wochen zur Verfügung stellte, nicht beglichen und sich unter dem Vorwand, sie müssten erstmal in Malå Geld abheben um dann zurück zu kommen, aus dem Staube machten.

 

Die neunte und zehnte Woche (9.-22. August)

Das Wetter
Bis auf den ersten und die beiden letzten Tage des Berichtszeitraumes herrscht wunderschönes Spätsommerwetter.

09.8. Regen, gegen Abend sonnig, 18,6°
10.8. Sonnig, 22,1°
11.8. Sonnig, 23,3°; SA 4.13 Uhr, SU 21.25 Uhr
12.8. Schwül, 22,1°
13.8. Sonnig, 26,1°
14.8. Sonnig, gegen Abend leichter Regen, 25,2°
15.8. Sonnig, 18,1°; erster Nachtfrost
16.8. Sonnig, 19,1°
17.8. Sonnig, 20,3°
18.8. Sonnig, 19,1°; SA 4.36 Uhr (PE 6.06 / S 6.19 Uhr), SU 20.56 Uhr (PE 20.39 / S 20.34 Uhr)
19.8. Sonnig, ab Nachmittag bewölkt, 15,8°
20.8. Bewölkt mit sonnigen Abschnitten, 17,1°
21.8. Überwiegend Regen, 15,7°; ein schauriger Tag
22.8. Regen, 13,1°; grüner Winter!

Die lieben Bienen
Zuerst zur Honigernte: Obwohl es nicht so viel regnete, fällt diese nahezu ins Wasser. Doch gilt dies nicht nur für mich, sondern nach den Worten des Bienensheriffs, der am 10.8. routinemäßig Gemüllproben zieht,  für das gesamte Norrland. Keine Ahnung, woran das liegt.
Meine Ableger indessen erfreuen mich, sie gedeihen prächtig. Am 13.8. schlüpfen die letzten Jungfern, so wird die Freude zwischen  dem Ostseestrand und dem Oberrein groß sein, vorausgesetzt aus den Prinzessinnen werden Königinnen. Gelegentlich ist man insofern zu ungeduldig, wie mich eine Königin lehrte, welche exakt am Tage 45 nach Ei mit dem Stiften beginnt. Geduld ist eben eine der Tugenden des Imkers, und manche Imker verfügen leider über zu schnelle "zwei Finger".

Und sonst?
Nahe meines Hauses beobachte ich eine führende Auerhenne; ihre 4 Jungvögel waren sehr scheu, die Mama indessen gestattet ein Portrait. Bei der Pirsch auf diese prachtvollen Vögel wird mir deutlich, weshalb mein Hof Kvarnhult, also Mühlenhof, heisst: Ich entdecke die Ruine der alten Mühle.
Am selben Tage treffe ich am Lillträsket auf ein Kranichpaar, welches sich gestört fühlt und abstreicht.
Eine unliebsame Arbeit verrichte ich am 13.8.: Der Stall bekommt einen neuen Anstrich in schönstem Faluröd.

Die Ernte der Moltebeeren und der Arktischen Brombeeren ist abgeschlossen, die Heidelbeeren-, Rauschbeeren- sowie die Krähenbeerenernte ist im Gange. Der Ertrag dieser köstlichen Beeren kann sich sehen lassen, wenngleich die Rauschbeeren nicht ganz so gut ansetzten.

Und fast hätte ich es vergessen: Zum zweiten Male in diesem Sommer erfreute mich lieber Besuch aus Kassel.

Die elfte und zwölfte Woche (23. August -5. September)

Das Wetter
Ein recht kühler Abschnitt mit gelegentlichem Nachtfrost. Überwiegend sonnig oder sonnig ist es nur an sechs Tagen. Die Nacht nimmt merklich zu, doch liegt die Tagzeit am 1.9. noch immer über jener in Peine (+ 1,47 Std.) und Stuttgart (+2,04 Std.).

23.8.: Bedeckt mit sonnigen Abschnitten, 16,2°
24.8.: Bedeckt mit sonnigen Abschnitten, 13,7°
25.8.: Bewölkt, 9,1°
26.8.: Bewölkt, 11,2°
27.8.: Bewölkt mit sonnigen Abschnitten, 13,8°
28.9.: Bewölkt mit sonnigen Abschnitten, 12,3°
29.8.: Bewölkt mit sonnigen Abschnitten, 11,2°
30.8.: Überwiegend sonnig, 18,1°
31.8.: Ekelwetter mit Regen, 11,0°
01.9.: Überwiegend sonnig, 11,6°
02.9.: Sonnig, 14,9
03.9.: Sonnig, 11,9°
04.9.: Sonnig, 15,7°
05.9.: Sonnig, 14,4°

Die lieben Bienen
Es herrscht überwiegend gutes Flugwetter, die Bienen tragen noch immer reichlich Pollen ein. Aus den erwähnten letzten Prinzessinnen wurden bisher leider noch keine Königinnen, d.h. sie stiften noch nicht. Ich werde sie allesamt mit nach Deutschland mitnehmen und hoffen, dass es doch noch klappen wird. Somit werden insgesamt 3 Königinnen mit einem Genomwert von 100% und eine mit 94% Apis mellifica mellifica die Reise nach Peine antreten und 2011 als Zuchtmütter zur Verfügung stehen. Der Genomwert der vier "noch Prinzessinnen" liegt ebenfalls bei 100%.
Die Wintereinfütterung ist abgeschlossen, die Völker gehen mit 12 bis 14 kg Reinzucker (je nach Resthonig) in den langen nordischen Winter.

Heute blicke ich auf das Bienenjahr hier oben zurück. Dabei fällt mir ein Wort ein, wie es sinngemäß bei Prediger 12, Vers 1 nachzulesen ist: "Es wird Tage geben in deinem Leben, von denen Du sagen wirst, sie gefallen mir nicht"! Nichts mit Honig, aber den mag ich bekanntlich nicht so sehr, und nicht so viele Königinnen, wie ich sie erwartete und wie sie erwartet wurden. Selbst schuld, Bernd Klotz, wärst’ früher gen Norden gestartet. Denn knapp unter dem Polarkreis darf man hinsichtlich der Imkerei nichts dem Zufall überlassen.

Und sonst?
Einen wunderschönen Nachmittag verbringe ich am 2.9. mit Bertil, Inga-Lill, Solveig und Rolf am Skellefteälven. Bei Skogskaffee (Waldkaffee) und Inga-Lills leckeren Wildmarkstoasts genießen wir den nordischen Spätsommer.

Im letzten Bericht erwähne ich eine vier Jungtiere führende Auerhenne. Vermutlich bekam ich einige Jungtiere nicht zu sehen, denn am 4.9. sehe ich etwas, wie es einem im Leben nur einmal vor Augen kommt: Auf der Fahrt von Malå nach Kvarnhult sehe ich kurz vor dem Abzweig zu mir am Straßenrand eine Auerhenne, welche sichernd um sich schaut und in der nur Auerwild eigenen erhabenen Haltung gemächlichen Ganges die Strasse überquert, gefolgt von 6 Junghennen und 5 Junghähnen. Ich hätte gut zwei Minuten Zeit gehabt, das einmalige Geschehen zu fotografieren, doch wie meist bei solchen Zufallsereignissen hatte ich den Foto nicht bei mir.
Dieses prächtige Tier brachte 11 Jungtiere durch den Sommer, bewahrte sie vor allerlei Beutegreifern, doch wohl nicht vor dem Raubtier Mensch. Denn am ersten Montag im September ging die Jagd auf, und diese majestätischen Tiere stehen in Schweden nicht unter Schutz, es gibt für sie nicht einmal einen Abschussplan.

 

Die letzten Tage (6.-10. September)

Die letzten Tage  stehen unter dem Paul Gerhard Lied "Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht!"
Von Montag bis zum Abreisetag Sonne pur und so richtig spätsommerliche Temperaturen:

06.9. 17,2°
07.9. 20,4°
08.9. 21,8° SA  5.43 Uhr (PE  6.40 / S 6.49), SU 19.40 Uhr (PE 19.52 / S 19.52)
09.9. 18,2°
10.9. 19,2°

 

Die Tagzeit (immer am Mittwoch gemessen) beträgt noch immer 1.23 Std. mehr als in Peine und 1.35 Std. mehr als in Stuttgart.

So gülden wie die Sonne am strahlend blauen Himmel, so golden schimmern die Birken und die Sumpfseggen der Moore. Vereint mit dem Rot der Heidel- und Rauschbeeren sowie die Zwergbirken zeigt das Land eine unglaubliche Farbenpracht. Und so kommt schon ein wenig Wehmut auf. Wehmut auch, weil sich selbst hier oben vieles nachhaltig verändert, nichts bleibt wie es war, und der Technik sowie auch der Profitsucht Vorrang vor der Bewahrung der letzten Wildnis Europas eingeräumt wird. Dazu mehr zu gegebener Zeit.
Heute, am 9.9., habe ich zwei sehr interessante Erlebnisse: Im Bericht der neunten und zehnten Woche erwähne ich eine am 13.9. geschlüpfte Königin und im Bericht der elften und zwölften Woche beklage ich, dass auch diese Prinzessin noch nicht zur Königin wurde. Heute nun kontrollierte ich die Begattungsvölkchen und stelle bekümmert fest, dass gerade diese Königin abhanden kam. Doch irgendwie habe ich die Ahnung, das Mädchen sei nochmals ausgeflogen, also warte ich und beobachte das Flugloch. Auf einmal vernehme ich ein Brummen und sehe die Königin im Anflug, dabei erkenne ich sofort das Begattungszeichen. Und nun rechne ich: Vom 13.8. bis zum 9.9 sind es 27 Tage! Gerechnet ab Ei somit 43 Tage. Ich bin überzeugt, dass das Prinzesschen zur Königin wurde und in fünf bis sechs Tagen mit der Eiablage beginnen wird! Ebenso interessant war die Begegnung mit einem Auerhahn am selben Tage. Bei einem letzten Besuch meines Grundstückes am Lainejaur höre ich einen Auerhahn bei der "Revierbalz", die im August-September erfolgt (s. Tiere in Lappland - Auerwild). Und dann sehe ich den prächtigen Vogel, der sich zunächst nicht stören lässt und seine Balz fortsetzt. Mir gelingen einige Fotos, bis sich der Urhahn in den Wald Richtung See verdrückt. Ich folge ihm ein Stück, dabei treffe ich auf einige Hennen, welche nach Insekten scharren. Die 6 bis 8 Hühner und auch der Hahn gehen hoch und streichen ab.
Die Bienen sind gut versorgt und ebenso meine gefiederten Freunde. Bertil wird ein Auge auf die Vogelfütterung richten um bei Bedarf nachzufüllen.

Mit einigen Bildern aus meinem Besitz am Lainejaur verabschiede ich mich von Lappland, und ich sage auch Ihnen, die sie mich virtuell durch den nordischen Sommer begleiteten, hejdå! Am heutigen 10. September geht es südwärts in das 2000 km entfernte Peine. Bei genügend Lust werde ich in einigen Tagen kurz über die Situation meiner Immen im Trendelmoor zu Peine-Stederdorf berichten. Vielleicht kehre ich bereits im im November wieder zurück nach Kvarnhult; schauen Sie eben mal "vorbei".
Übrigens: Köstlichkeiten aus Lappland werde ich, wie alljährlich, am 1. Advent auf dem Stederdorfer Weihnachtsmarkt anbieten.

 

Ade, tschüss und heidå!

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© Bernd Klotz