Kvarnhult
Kvarnhult

LAPPLAND RUFT - ODER DER RUF DER WILDNIS

Am 27. April 2008 war es wieder so weit: Das Auto beladen und startbereit.

 

Gegen 8 Uhr verlasse ich mein schmuckes Häuschen in Peine um über die A2/A7 usw. so bald als möglich Puttgarden zu erreichen, das Tor nach Skandinavien. Kurz nach Hannover noch einen Schwenk in die Wedemark, wo ich 25 Hühnereier (20 Maran, 5 Brahma) an Bord nehme. Und dann flott weiter hinüber nach Fehmarn, Lolland, Falster, Seeland. Meines neuen Autos wegen meide ich die enge Fähre von Helsingör nach Helsingborg, statt dessen überwinde ich den Öresund unter dem Sund hindurch und über ihn hinweg hinüber nach Malmö. Die strammen 1500 km hinauf nach Malå liegen nun vor mir. Doch keine Bange, keine Hektik, in Schweden verläuft alles in gemässigten Bahnen, auch der Verkehr. Die gelb blühenden Rapsfelder Skånes und auch im Süden Smålands erfreuen die Seele; da und dort blühende Obstbäume, und Schwarzdornhecken; grüne Wiesen mit darauf grasenden Kühen säumen den Weg. Ganz wie in Norddeutschland. Doch schon in Östergötland, der sich Småland nordostwärts anschliessenden Landschaft, gehen die Farben allmählich in ein tristes "Frühlingswintergrau" über. Und so bleibt es bis hinauf nach Västerbotten: trostlose braungraue Landschaft, trotz strahlend blauen Himmels. Die zur Ostsee hin strebenden Flüsse führen ungewöhnlich viel Wasser. Die Schneeschmelze im Inland, in den Skanden insbesondere, macht’s.
Hinter Gävle dann erspähe ich landeinwärts die ersten kleineren Schneefelder, Reste des Winters. Mit jedem Kilometer weiter nordwärts nehmen die Schneefelder zu, doch es ist mehr graubraun als weiß, und so bleibt es auch bis hinauf nach Skellefteå, wo ich die unendlich lange E4 verlasse, um auf den Reichswegen 95 und 370 nach Malå, nach Lappland zu gelangen. Ab Boliden, einem wüsten landeinwärts gelegenen Industrienest (Erzaufbereitung) der Kommune Skellefteå, beginnt der Winter: Schnee wohin man schaut, flächendeckend! Am Nachmittag erreiche ich mein geliebtes Kvarnhult, wo noch unglaublich viel Schnee liegt, und das bei einer Temperatur um +20°! Geschafft.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Bernd Klotz