Kvarnhult
Kvarnhult

...vom 28. April bis 1. Juni 2008...

Situation vom 28. April bis zum 9. Mai 2008

Schneesituation am 2.5.08...

Wetterlage
Von meiner Ankunft an bis zum 4. Mai Frühlingswetter mit Temperaturen bis zu + 23°C.
Am 5. Mai dann der Umschwung: Bewölkung, Regen, Temperaturen zwischen + 10°C und 0°C!
Der heutige 9. Mai lässt Hoffnung auf eine Rückkehr des Frühlings aufkommen: Aufhellung, gelegentlich kommt die Sonne durch, die Temperatur liegt um 11 Uhr bei + 12°C.
Der Schnee ging innerhalb der letzten zwei Wochen mächtig zurück, immerhin beträgt dessen Höhe, gemessen auf meiner Wiese, noch immer ca. 50cm.

Doch es tun sich mehr und mehr vom Schnee befreite Flächen auf.
Der aus dem Lillträsk, dessen Eisfläche allmählich milchig erscheint, also taut, strömende Bach führt mächtig Hochwasser.

Am Bienenstand
Während der warmen Tage stellte ich bei allen Völkern Flugbetrieb und Eintrag von Pollen (Erle/Weide) fest. Eine Kontrolle nahm ich noch nicht vor. Derzeit herrscht Ruhe.

Trachtverhältnisse
Nichts außer Erle und Salweide.

Was sonst noch geschah
Am Abend des 30. April feierte ich in meiner Dorfgemeinschaft "Valborg", Walpurgis also.
Man saß im Dorfhaus bei Kaffee, Tee, Säften und Waffeln mit Marmelade/ Sahne fröhlich zusammen. Später brannte das Walpurgisfeuer, mit welchem dem Winter die Rote Karte gezeigt wird. Nebenbei gab es gegrillte Falunkorv (Fleischwurst aus Falun bzw. nach deren Rezept).

Seit jeher treffe ich mich mit meinen Freuden Sam und Irene regelmäßig zum Plausch am See (Lainejaur). So auch am 3. Mai. Wir tranken Skogskaffe (im verrußten Kännchen gekochter, äußerst starker Kaffe nach Art der Waldarbeiter) und labten uns an Stockbrot und Grillwurst.

Am 5. Mai legte ich die in meinem Reisebericht erwähnten 25 Hühnereier in den selbstgebauten Brüter; mal sehen, was sich am 25. Mai tun wird?

Meine Vogelfütterung wird von ganzen Vogelscharen angenommen. Es ist eine Freude, diese Geschöpfe bei der Futteraufnahme, und auch beim nicht ausbleibenden Streit, zu beobachten.

Überhaupt pfeift, singt und jubiliert es derzeit rings um das Haus. Die meisten Zugvögel, bis auf die Schwalben, haben ihr Brutgebiet hier oben bereits wieder bezogen. Seltsamerweise sah ich auch erst eine einzige Wacholderdrossel.

Vom See her höre ich die ganze helle Nacht über das Balzgehabe der Birkhähne: grr.rürürürü.grrgrr.rürürürü.grrgrr.rürü.grr.chschruit.chschruit.

Der noch gefrorene Lillträsk bietet diesen wunderschönen Tieren eine ideal überblickbare "Balzarena".

 

Auch die Rentiere sind von ihren Winterweiden nahe des Bottenvikens und im wohl etwas milderen Tal des Vindelälv hierher, in das Gebiet der Waldsamen, zurück gekehrt.

Situation vom 10. bis zum 17. Mai 2008

Wetterlage

Anders als erhofft, war es bis auf den sonnigen Pfingstsamstag recht kühl, mit Temperaturen zwischen -5° C und +13° C, doch überwiegend sonnig. Am 11.5. regnete es, wodurch der bis dahin noch reichlich vorhandene Schnee buchstäblich weggeschwemmt wurde. Der Lillträsk trägt noch immer eine Eisschicht, mit jedoch reichlich offenem Wasser, in welchem sich Eiderenten tummeln. In der "Nacht" vom 11. zum 12. und vom 14. zum 15. Mai fiel Schnee, alles war weiß. Doch soll nach den Erfahrungen meines Freundes Sam Lundqvist, er zeichnet seit seiner Jugend das Wettergeschehen auf, einem kühlen Mai ein warmer Sommer folgen. Hoffen wir darauf.

 

Die Nächte bleiben bereits richtig hell; Sonnenaufgang im Wochenschnitt war gegen 3 Uhr, Sonnenuntergang gegen 22 Uhr.

Am Bienenstand
Gelegentlich war Flugbetrieb mit Eintrag von Erlen und Weidenpollen festzustellen, doch überwiegend herrschte Ruhe. Das besagt hier oben jedoch nicht viel, weil der Mai noch kein "Bienenmonat" ist. Es ist also noch alles offen, auch die Zucht.

Trachtverhältnisse
Außer Erle und Salweide ist keine Tracht vorhanden.

Keine Moorleichen, sondern Sumpfseggen als Ergebnis nicht mehr gemähter Feuchtwiesen. Diese Seggen bilden im Sommer grosse Mengen Pollen.

Was sonst noch geschah
Tomaten, Basilikum und verschiedene Salate gesät. Im Keller betoniert. Am 10.5. bei Bertil und Inga-Lill zum Lunch (Mittagessen) und am 14.5. zusammen mit Pastor Christer und Familie daselbst zum Middag (Abendessen). An zwei Tagen beobachtete ich zur frühen Stunde und am späten Abend die Birkhahnbalz (Fotos siehe bei "Tiere im Norden").

 

Hier möchte ich noch zwei meiner kulinarischen Spezialitäten erwähnen:
Vor unserer Heimreise Ende Januar 2008 schuf ich die Voraussetzung für meinen "luftgetrockneten Schweinehals (-nacken)". Während einer Reifezeit von drei Monaten entwickelt sich eine Delikatesse höchster Güte, von der selbst der Chef des des hiesigen IGA-Supermartktes und sein fachkundiges Personal schwärmen!
Dann mein Brot: Am Samstag war Backtag; was kam dabei heraus? Schauen sie, köstlich!

Situation vom 18. bis zum 24. Mai 2008

Für einen Tag kehrt der Winter zurück und Bummi staunt darüber.

Wetterlage
Vom 18. Bis zum 21. Mai war es garstig. Aprilwetter würde man in Deutschland sagen. Überwiegend bewölkt mit zum Teil heftigem Schneefall oder Graupel. Gelegentlich zeigt sich die Sonne. Die Temperaturen lagen zwischen -3°C und +7°C. Der 22. Mai erinnerte dann schon eher an den Frühling. Überwiegend sonnig mit bis +14°C. Am 23./24. Mai war dann Frühling. Von einem strahlend blauen Himmel erwärmte die Sonne das Land auf 17 bis 18°C.
Sonnenaufgang 2.27 Uhr, Sonnenuntergang 22.27 Uhr, im Wochenmittel.

Am Bienenstand
Ruhe bis zum 21. Mai. Doch danach war emsiger Flugbetrieb mit starkem Polleneintrag zu beobachten.
Am 22. Mai kontrollierte ich alle Völker und reinigte deren Wohnungen. Es sieht ganz gut aus. Einem guten Volk, welches zum Vatervolk bestimmt ist, hängte ich einen Baurahmen und eine Drohnenwabe ein.

Trachtverhältnisse
Die Erle ist am ausklingen, um so mehr setzt neben der bereits blühenden Salweide bei weiteren Weidenarten die Blüte ein.

Der getreue Bruno

Was sonst noch geschah
Am 22. Mai trafen meine Nomaden der Lüfte von ihrer 8000km langen Reise vom Tschad hier ein. Nach der Zahl zu urteilen schaffte es die gesamte letztjährige Schwalben-Familie. Toll, wie diese Langstreckenflitzer um das Haus kreisten und punktgenau auf der Fernsehantenne landeten. Und auch ein kleiner Fiegenschnäpper sitzt gelegentlich auf der Veranda; es ist ganz sicher Camillo, der es auch hierher schaffte. Die Freude ist groß! Nun ist Frühling, egal was der Himmel tun mag.
Es war eine ruhige Woche. Ich richtete Ablegerkästen, harkte Massen von Laub zusammen und "muckelte" im Keller. An zwei Tagen ging ich gegen 4 Uhr auf die Foto-Pirsch, und es gelangen mir schöne Fotos von Birkhennen. Am 19. Mai erschien mein Kompis Bruno unaufgefordert, um die Frostverwerfungen des Weges einzuebnen. So funktioniert Nordschweden.
Am 24. Mai war Skellefteåtag. Ein Besuch bei einem Imkerkollegen und natürlich ein Kaffee nebst köstlichem Smörgås bei "Lilla Mari" rundeten den schönen Tag ab.

Situation vom 26. Mai bis zum 1. Juni 2008

Wetterlage
Der 26. Mai war mit Temperaturen zwischen 0°C und +11°C noch recht kühl. Doch vom 27. Mai an hielt der Sommer Einzug. Die Temperaturen stiegen bis auf +25°C, des Nachts kamen +14°C vor!
Der Sonntag brachte am Vormittag leichten Regen, doch ab Mittag überwogen sonnige Abschnitte bei +22°C. Es war recht windig. Am 1. Juni waren die letzten Schneereste weg geschmolzen!
Sonnenaufgang 2.16 Uhr, Sonnenuntergang 22.50 Uhr (im Wochenmittel).

Am Bienenstand
Es herrschte recht starker Flugbetrieb. Die Bienen trugen massenhaft Pollen ein. Auch die Honigräume füllen sich. Brut ist reichlich vorhanden, doch zögern die Völker noch mit der Pflege von Drohnenbrut. Selbst in dem zum Vatervolk bestimmten Volk, welches ich durch eiweißreiche Reizfütterung versuchte zur Drohnenpflege anzuregen, wird die zugehängte Drohnenwabe nur zaghaft bestiftet. Bei Hinzurechnung von 40 Tagen bis zur vollen Geschlechtsreife der Drohnen kann die Königinnenzucht nicht vor dem 20. Juni eingeleitet werden. Dennoch hoffe ich, dass die bestellten Königinnen geliefert werden können. Bienen sind eben Wildtiere, welche sich nur in gewissen Bereichen manipulieren lassen. Zudem befinden wir uns hier unweit des Polarkreises!
Fünf Begattungsvölkchen habe ich zwischen Dienstag und Samstag gerichtet. Ich möchte 5 Königinnen nachziehen und diese bei Skellefteå zur Begattung aufstellen. Am Bottnischen Meerbusen ist alles ca. 2 Wochen zeitiger als hier im hochgelegenen Inland. Es gäbe sodann F1 Königinnen, weil die Gegend am Bottenviken kein Reinzuchtgebiet der Nordischen Biene ist. Bei Interesse an diesen Königinnen möge man mir eine e-Mail zukommen lassen.

Trachtverhältnisse
Es blühen unzählige Weidenarten und Birken, welche unglaublich viel Pollen tragen. Die Multebeeren werden demnächst ihre Blüten öffnen, danach dann die Heidelbeeren, eine der hiesigen Haupttrachten.

Was sonst noch geschah
In dieser Woche setzten die ersten Rentiere ihre Kälber. Die Lebensfreude dieser sehr schönen Tierchen ist ein Labsal für die Seele. Es ist so schön, der Kommunikation zwischen Müttern und Kälbchen zu lauschen (siehe Tiere in Norden - Rentiere). Während die Auerhahnbalz beendet ist (die Birkenblättchen sind gerade so groß wie eine Centmünze - vergl. Tiere im Norden bei Auerhuhn), sind die Birkhähne noch in voller Balzstimmung. Jede (helle) Nacht höre ich diese schönen Tiere, wie sie um die Gunst der Damen werben. Ich hoffe, beim nächsten Wochenbericht ein Tolles Foto einstellen zu können; zumindest liege ich ab 2 Uhr auf der Lauer!
Es stand auch Waldarbeit auf der Tagesordnung. 5 Birken und 4 Fichten waren in Brennholz "umzuarbeiten". Zudem bestellte ich den Gemüsegarten: Moorrüben, Rote Beete, Lauch, Radieschen und Dill wurden gesät, zudem pflanzte ich 5 Sorten Kartoffeln, und legte ein neues Beet mit Arktischen Brombeeren an.
Am Mittwoch war Kyrkoherde Christer von 18 - 22 Uhr zu Besuch, am Sonntag speiste ich bei Inga-Lill und Bertil; so kommen die persönlichen Begegnungen auch nicht zu kurz.
Und nun, zum Schluss, muss ich leider mitteilen, dass mein "Kükenwunsch" sich nicht erfüllte. Ich erwartete dies im Grunde, weil in einer Nacht die Temperatur für sechs Stunden 40° betrug. Weshalb weiß ich nicht, entweder ich selbst kam an die Temperatureinstellung oder das Thermostat irrte. Keine Ahnung!

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© Bernd Klotz