Kvarnhult
Kvarnhult

SOMMER 2013 AUF KVARNHULT

Wie bereits 2012 lag mein Zuchtschwerpunkt im Jahre 2013 in Peine, weshalb ich erst am 13. Juli in den hohen Norden starte und am Abend des 14. Juli ankomme.

Die Woche vom 14. bis zum 20. Juli

Bienen

Der Entwicklungsstand meiner Dunklen ist nicht zu beanstanden, allerdings enttäuschen die Honigräume, welche kaum gefüllt sind. Das wundert nicht, blieben die Bienen seit meinem Aufenthalt im April sich selbst überlassen und mussten zusehen, den Frühlingswinter, bis zur Weidenblüte Anfang Juni, zu überstehen. Ein Hoffnungsschimmer bleibt die Heide, welche in voller und reicher Blüte steht.
Am 17.7. leite ich die Zucht einer Kleinserie ein, in der Hoffnung, einigen Imkern in Deutschland eine Freude bereiten zu können. In diesem Zusammenhang Grüße nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Thüringen!
Trotz der für den Juli recht kühlen Tage herrscht überwiegend reger Flugbetrieb mit reichem Polleneintrag.

Tracht

Es blühen noch wenige Arktische Brombeeren, Butterblumen sowie Preiselbeeren. In voller Tracht stehen der Augentrost, das Dünnstängelige Habichtskraut, die Himbeere, Kartäusernelke, Margarite, Schafgarbe, das Schmalblättrige Weidenröschen, der Waldwachtelweizen sowie Rot- und Weißklee (s. Pflanzen im Norden), um einige Nektar- und Pollenspender zu nennen. Besondere Erwähnung verdient die überaus reiche Heideblüte.

Wetter

Ganz kurz ausgedrückt: Ich erlebte schon wärmere Julitage, doch wenigstens ist es nahezu mückenfrei.
Bis Donnerstag ist es wechselhaft mit Temperaturen zwischen 4° in der Nacht und höchstens mal 16° am Tage, gelegentlich gehen Schauer nieder. 18° werden am sonnigen Freitag erreicht, doch der Regen am Samstag mit kühlen 9° (13.20 Uhr) drückt dann wieder auf's Gemüt.
Sonnenaufgang am  16.7. 2.40, Sonnenuntergang 22.57 Uhr (Peine SA 5.16, SU 21.32 Uhr). 

Am regnerischen und mit max. 9° sehr kühlen Samstag hüteten meine Immen ihre Wohnungen. (Der Lillträsket, samisch Njokkejaur, mit seinen ca. 50 ha)

Sonstiges

Bei allen Beeren ist mit einer überreichen Ernte zu rechnen. Bis Samstag sind 14 kg "Norrlandsguld" (Moltebeeren oder Gold des Nordens) geerntet.

Die Woche vom 21. bis zum 27. Juli

Bienen

Am heutigen Sonntag-Vormittag larve ich um, eine Nachschau um 17 Uhr zeigt, dass alle Larven in Pflege genommen sind. Der voraussichtliche Schlupftermin ist der 1.8.
Bei max. 16° herrscht emsiges Treiben an den Fluglöchern.
Um 4.30 Uhr des 23.7. stelle ich bei strahlender Sonne und 6° ein Volk, welches ich als Drohnenvolk bestimmte, in die Heide am Lainejaur. Am 27.7. schlüpft eine hübsche Jungfer, eine absolute Rarität, über welche ich mich besonders freue. Wenn das Wetter weiterhin mitmacht, kann ich doch noch auf eine zufriedenstellende Honigernte hoffen.

Tracht

Keine Veränderung gegenüber der vorigen Woche.

 

Wetter

Mit Sonnenschein und relativ "milden" 16° macht der Sonntag seinem Namen Ehre. Am 22. Juli hält endlich der Sommer Einzug. Von Sonnenaufgang (3.02 Uhr) bis Sonnenuntergang (22.36 Uhr) steht die heute bis zu 18° spendende Sonne am wolkenlosen nordischen Himmel. Seit meiner Ankunft erlebte ich keine Nacht mehr. Um 4.30 Uhr des 23.7. zeigt das Thermometer 6° und um 13 Uhr 21° an. Dieses Wetter hält sich bis Freitag. Doch Freitagabend liegt eine Gewitterfront über Kvarnhult, welche sich bis zum Morgen des Samstag hält. Gegen 19 Uhr des Freitag schmettert Thor (oder Donar) seinen Feuerhammer mit einer solchen Wucht auf Kvarnhult, dass eine im Wohnzimmer liegende Taschenlampe angeht. Zum Glück verfehlt der Gewittergott das Haus um ca. zwei Meter. Dennoch: Die Folgen sind ein zwanzigstündiger Stromausfall und zerstörte Netzteile des Laptops, Telefons und Routers. So bin ich über das ganze Wochenende vom Rest der Welt abgeschnitten. Wenn es hier oben im Waldsamenland "scheppert", dann scheint es, als sei der jüngste Tag angebrochen. Samstag ist der Spuck vorbei, es scheint die Sonne, die Mittagstemperatur liegt bei 22°.

Sonstiges

Die ersten Blaubeeren, Rauschbeeren und Krähenbeeren sind eingebracht, die Moltebeerenernte schließe ich mit 20 kg ab.

Mein "Frühstücksren". Jeden Morgen zu meinem Frühstück auf der Veranda besucht mich das recht vertraute Tier.

Die Woche vom 28. Juli bis zum 03. August

Bienen

Am Sonntag herrscht ungewöhnlich starker Flugverkehr, die Luft ist erfüllt vom "Brummen" meiner fleißigen Immen. Dabei fällt mir Vers 6 von Paul Gerhardts "Geh aus mein Herz und suche Freud" ein:
"Die unverdroßne Bienenschar
Fliegt hin und her / sucht hie und da
Ihr edle Honigspeise.
Des süssen Weinstocks starker Saft
Bringt täglich neue Stärk und Kraft
In seinem schwachen Reise."

 

Bei der Kontrolle der Apidea am 2. und 3. August kommt Freude auf: Alle Königinnen sind geschlüpft. Nun liegt der Erfolg am Wetter, welches lt. Prognose ausgerechnet ab dem 8. August kalt und regnerisch werden soll. Sorgen während der Paarungszeit machen mir auch Vögel und insbesondere Libellen, welchen Spezies schon viele Jungfern zum Opfer fielen.

 Solche "Buben" sollten ab dem 8. August aktiv werden können und die Jungfern hoffentlich zu Königinnen machen. Dieser Apis mellifera mellifera Drohn weist einen ausgezeichneten Habitus (Form, Farbe, Behaarung) mit besten Flügelwerten auf: Cubitalindex 1,37; Hantelindex 0,69; Discoidalverschiebung negativ. Bei der Auswahl zur künstl. Besamung lege ich beim CI allerdings eine Obergrenze von 1,2 an, insofern genügte dieser Drohn nicht voll meinen Anfoderungen.

Tracht

Keine Veränderung gegenüber den beiden Vorwochen, allerdings lässt die Heideblüte bereits etwas nach. Derzeitige Haupttracht sind Schmalblättrige Weidenröschen, Weißklee und Esparsetten. In voller Blüte steht die für Bienen weniger ertragreiche Sumpfschafgarbe, noch immer blüht die Arktische Brombeere, eine ausgezeichnete Trachtpflanze.

 

Wetter

Der Sonntag (28.7.) bringt es nochmals auf 25°, doch ab 16 Uhr setzt Regen ein, der auch am schaurigen und mit max. 16° deutlich kühleren Montag anhält. Der Dienstag (30.7.) hellt auf und bringt es auf 20°. Die Tiefsttemperatur der Woche beträgt 9° (Montagfrüh). Von Mittwoch an ist es sehr sonnig, die Temperaturen liegen um die Mittagszeit zwischen 22° und 25°. SA am 31.7. 3.35 Uhr, SU 22.03 Uhr (Blaue Stunde Beginn 1.45, Ende 23.48 Uhr, nun also Nacht von 23.48 bis 1.45 Uhr).

Sonstiges

Am heutigen 29.7. fahre ich in das 55 km entfernte Arvidsjaur um mir neue Netzteile zu besorgen, so stehe ich ab 16 Uhr mit dem "Rest der Welt" wieder in Verbindung:-)
An die Liebhaber der Rauschbeerenmarmelade: Die Ernte der "aphrodisierend" wirkenden Beeren bringt ein tolles Ergebnis; also bis zum 1. Advent auf dem Weihnachtsmarkt in Stederdorf ;-)) In vollem Gange ist die Ernte der Arktischen Brombeeren, der köstlichsten Beere dieser Erde.

Die Woche vom 04. bis zum 10. August

Bienen

Bei günstigem Wetter herrscht Sonntag bis Dienstag guter Flugbetrieb, Stockruhe indessen am Mittwoch. Die Nachpigmentierung der Jungfern ist abgeschlossen. Von Donnerstag an herrscht bestes Flugwetter. Der starke Polleneintrag weist auf eine gute Brutpflege hin. Am Donnerstag ist es endlich Zeit zur Honigernte. Ich bin ganz zufrieden, denn eine Voll- und eine Halbzarge Honig aus den beiden Wirtschaftsvölkern ist für Lappland eine beachtliche Ernte. Und bedenkt man, dass der hier geerntete Honig absolut reiner "Öko-Honig" ist, auch wenn die Völker in Styropoorbeuten untergebracht sind, so ist die Freude doppelt groß.
Der kurze Lapplandsommer geht für die Bienen dem Ende zu, denn am Donnerstag stelle ich bei einem starken Volk ein massives Ausräumen der Drohnenbrut fest. Drohnen selbst werden noch nicht abgedrängt, doch Larven und Puppen werden nicht mehr geduldet.
Meine Mädels konnten bisher lediglich am Donnerstang und Freitag auf die Begegnung mit Buben hoffen, am Samstag hüten die empfindlichen Drohnen das Haus. Sollte bis zum 13.8. die Paarung nicht gelungen sein so sehe ich im freien Lauf der Dinge kaum noch eine Chance, denn für die Zeit vom 13. bis 15.8. verheißt der Wetterbericht nichts Gutes. Nach meiner Erfahrung hier oben kann die Brunst der Jungköniginnen wohl bis zu drei Wochen andauern, doch ab Mitte August sind Nachtfröste nicht ausgeschlossen, und diese begünstigen das Abdrängen und damit das Aushungern der Drohnen. Gegebenfalls muss ich mal wieder in die Truhe meines Erfahrungsschatzes greifen. Man wird sehen.

Apropos "BIOHONIG": Es gibt keinen "Nicht-Bio-Honig", aber es gibt "Nicht-Öko-Honig"! Bio bedeutet "Leben". Auch konventionell angebaute Kartoffeln sind "Bio", denn sowohl die Pflanzen leben und auch in den Knollen ist Leben, wie sonst wären sie keimfähig? Folglich gibt es nur "Bio-Kartoffeln"! Zurück zu "Bio-Honig": "Bio-Honig" (nochmals: richtig wäre "Öko-Honig") definiert sich folgendermassen: Die Bienen dürfen u.a. in keiner Kunststoffbehausung wohnen, den Königinnen darf kein Flügel gestutzt werden (mache ich selbst nicht, doch bei zugekauften Königinnen mit einem gestutzten Flügel stellte ich noch nie einen Vitalitätsverlust fest) und zumeist darf zwischen Brut- und Honigraum kein Absperrgitter eingelegt werden. Die Varroabehandlung lasse ich weg, weil kein vernünftiger Imker synthetische und rückstandsbehaftete Bekämpfungsmittel einsetzt. Der sogenannte "Bio-Imker" darf jedoch seine Völker mit einer Kunststofffolie abdecken (Wände kunststofffrei, Decke Kunststoff. Wer versteht das noch?) und es darf das Produkt Honig, und nur um dieses geht es, wenn man Honig als "Bio-Honig" anpreist, in Kunststoffbehältern gelagert und in Gläser mit Kunststoffdeckel (und sei es nur die "Gummierung") abgefüllt werden.
Worauf sollte es also ankommen wenn man als Imker von "Bio" (besser "Öko-") spricht? Alleine auf die PRODUKTE der Bienen! und deren Güte ist weder vom "Bio-Imker" noch vom “Nicht-Bio-Imker” direkt beeinflussbar. Allein die Reinheit der von den Bienen beflogenen Tracht ist entscheidend! Anders als warmblütige Nutztiere, welche der Mensch in unwürdiger Weise auf engstem Raume halten kann und auch hält, und sie mit Industriefutter vollpumt und mit Medikamenten am Leben hält, sind Bienen “freie Kreaturen”, die ihrem "Lebenstrieb", ihrem Lebensrhythmus und Lebenszyklus, folgen, sich ihre Nahrung selbst suchen (zum Winterfutter siehe nachfolgend) und sich weder aus dem Material ihrer Wohnung noch aus einem Sperrgitter zwischen Brut- und Honigraum etwas machen. Und bei ihrer Suche nach Nahrung unterscheiden sie nicht zwischen einer “ökologischen Tracht” und einer “konventionellen Tracht”. Wie unbedacht gerade bei Honig mit dem Thema "Bio" umgegangen wird zeigen sowohl die Kriterien der EU-Biosiegelverordnung aus dem Jahre 2010, nach welcher ein Produkt das EU-Biosiegel nur dann erhalten kann, wenn, ich zitiere, "mindestens 95 % der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen", als auch die deutsche staatliche Bio-Siegel-Verordnung aus dem Jahre 2001, nach welcher, ich zitiere, "Mit dem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel ... nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden, .... nicht mehr als 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten (begrenzt auf in der Verordnung im Anhang VI c gelistete Rohstoffe)". Und genau hier liegt der Knackpunkt, denn, ich wiederhole: Bienen können zwischen konventionell und ökologisch bewirtschafteten Kulturen nicht unterscheiden! Folglich darf der seriöse "Bio-Imker" den Honigkunden nicht suggerieren, in Agrargebieten könne (höherwertiger) "Bio-Honig", der natürlich etwas teurer ist als der "normale" Honig, geerntet werden, sondern sollte den Kunden erklären, dass sich die Bezeichnung "Bio" nicht auf die Güte des Produktes, sondern vielmehr auf von Bienen nicht wahrnehmbare "technische Unterschiede" zur konventionellen Imkerei bei der Bienenunterbringung und Völkerführung bezieht!
Wenn ich mir vorstelle, dass deutscher "Bio-Raps-Honig" oder deutscher "Bio-Honig aus der Obstblüte", angeboten werden, so finde ich einfach keine Worte. Mit einer "Bio-Obst-Bäuerin" und "Bio-Imkerin" aus dem Alten Land, einer Region mit Obstanlagen soweit das Auge reicht, hatte ich anlässlich eines Vortrages über die Dunkle Biene insofern einen heftigen Streit! Die Kleinbäuerin wollte mir weismachen, in dieser von Pestiziden verseuchten Landschaft, in welche geringste ökologisch bewirtschaftete Flächen eingestreut sind, "Bio-Honig" ernten zu können. Unglaublich! "Bio-Honig" ("Öko-Honig") kann in Agrargebieten nicht geerntet werden! Punkt.
Ein Wort zum Winterfutter: "Bio-Imker" müssen ihre Völkern zumeist mit Sirup aus nicht raffiniertem Zucker (Roh- oder Gelbzucker) einfüttern, also mit einem Zucker, der gegenüber Weißzucker keine ernährungspysiologische Vorteile, sondern nur, ähnlich dem Heidehonig, einen höheren Ascheanteil, und damit Nachteile hat. Dieser Ascheanteil belastet die Völker sehr stark, was bei langen Wintern zum Abkoten im Stock führen kann.
Ob den Tieren (und der Hygiene) damit ein Dienst erwiesen wird? Hinzu kommt, dass der bei uns angebotene Rohzucker überwiegend aus Zuckerrohr gewonnen wird und schon alleine deshalb eine äußerst negative Ökobilanz hat.
Fazit Nr. 1: Die sogenannten "Biosiegel" für Honig (!) sind unseriös.
Fazit Nr. 2: Obwohl meine Völker in Styropoorwohnungen (Holz alleine ginge hier oben nicht!) leben und ich aus Gründen der Hygiene (keine Larven im Honig) Absperrgitter einsetze, ist mein Honig absoluter "Öko-Honig" der Spitzenklasse, denn meine Bienen tragen nur Nektar und Pollen von unbelasteten Wildpflanzen ein. Hier oben kommen keine Pestizide zum Einsatz, der Kraftfahrzeugverkehr ist bei rechnerisch 0,9 Menschen je qkm fast Null und Emissionen aus Industrieanlagen gibt es auch nicht. Das Einzige sind die "Segnungen der Atmosphäre", doch wo gibt es diese nicht. Dennoch darf ich meinen wirklichen "Öko-Honig" nicht als "Bio-Honig" anbieten.

 

In diesen Themenkreis gehört auch der Zukauf von Honig und anderen Produkten aus dem Bienenvolk.

In Jahren mit einer geringeren Ernte kann dem Imker schon einmal der Honig ausgehen. Wird dann Honig solcher Sorten zugekauft, welche in der Regel selbst geerntet und angeboten werden, so ist dagegen nichts einzuwenden, weil die Honigverordnung für solche Fälle einen begrenzten Zukauf von Honig, der als "eigener Honig" angeboten werden darf, zulässt.  Anders schaut es aus, werden Sortenhonige aus Trachtgebieten, zu welchen der Imker keinen Zugang hat, als "Eigenhonige" angeboten. Hier wird der Primärsektor der Urproduktion verlassen und der Wirtschaftszweig des Handels betreten. Kritisch wird es dann, wird den Kunden auf deren Befragen versichert, der Honig sei von den eigenen Bienen bereitet und stamme aus Trachten der Region, ohne zu bedenken, dass z.B. im eigenen Landkreis solche Trachten absolut nicht vorkommen.

Ebenso verhält es sich bei zugekauftem Met, Pollen und bei Propolis, welche Produkte man unter dem eigenen Label anpreist und vortäuscht, sie stammten aus eigener Urproduktion. Äußerst Bedenklich ist der Verkauf zugekauften und aus fremden Regionen stammenden Pollens, welcher als heimischer Pollen angeboten wird. Bedenklich deshalb, weil Pollen nicht nur als Vitalisierungs- sondern sehr häufig als Immunisierungsmittel verzehrt wird.

Zu Met fallen mir die auf jedem Weihnachtsmarkt von Imkern angebotenen Einheitsmetflaschen ein:-)

Tracht

Schmalblättrige Weidenröschen, Weißklee, Esparsetten, Sumpfschafgarbe, Margarite, Arktische Brombeere, eine ausgezeichnete Trachtpflanze, und Dünnstängeliges Habichtskraut

23 Uhr am 7.August.

Wetter

Die Woche beginnt wie die Vorwoche endete: Sonne pur bei 25°. In der noch immer recht hellen Nacht fallen die Temperaturen auf ca. 10° ab. Der Dienstag erreicht immerhin noch 23°, zum Abend setzt Regen ein, der auch am Mittwoch, mit immerhin noch 20° anhält. SA 5.39, SU 21.37 Uhr (Blaue Stunde Beginn 2.32, Ende 23.04 Uhr, Nacht also von 23.04 bis 2.32 Uhr). Vergleich: Peine SA 5.49, SU 20.59 Uhr; Stuttgart SA 6.05, SU 20.52 Uhr. Am Donnerstag und Freitag bricht die Sonne durch; mit Temperaturen von 22° am Nachmittag werden die Paarungsflüge an diesen ersten beiden Tagen hoffentlich erfolgreich sein. Mit einem wechselhaften, überwiegend regnerischen Samstag und 18° klingt die Woche aus. Die Bewölkung lässt die Nacht allmählich wieder zur Nacht werden.

Sonstiges

Am Sonntagmorgen lege ich erstmals die Netze im Grundträsket aus. Nach 3 Stunden sind 9 Sik (Maränen oder Renken), 7 davon "kapital", und 9 Barsche filetiert und eingefroren. Die Heidelbeerenernte ist in vollem Gange.

Die Woche vom 11. bis zum 17. August

Bienen

Bis zum 11. August überstehen die Jungfern ihre Ausflüge, ob sie jedoch "Buben" trafen bleibt abzuwarten. Das seltsame Wetter am 14.8., mit Regen aus heiterem Himmel, lockt die Bienen wie selten aus ihren Behausungen. Das Flugloch des Drohnenvolkes ist übersät mit dunklen Kavalieren. Und auch an den Begattungsvölklein herrscht emsiges Treiben. Eine Kontrolle lässt mich aufatmen, am Tage sieben (bei der Nachzüglerin Tag sechs) der Begattungsflüge (14.8.) sind noch alle Mädchen "an Bord". Eine liebeshungrige Maid, die Nachzüglerin, ist wohl nicht im Kästlein, doch während meiner Kontrolle höre ich das Gebrumme einer Königin, und schon landet sie, zu meiner Freude mit dem untrügerischen Zeichen einer Kopulation versehen. Der arme Knabe. Das Fluggeräusch einer Königin ist unverwechselbar tief, fast wie jenes eines Drohn. Freitagabend schaue ich in die Begattungskästchen und ich fand alle Königinnen wohlbehalten in ihren Völklein vor. Nach 9 bzw. 8 Tagen seit Beginn der Paarungsflüge und überwiegend gutem Flugwetter gehe ich von einer gelungenen Paarung aus.
Am 16.8. beginne ich mit der Einfütterung der Völker; 12 kg Zucker, kalt aufgelöst in 6 Liter Wasser, und der noch vorhandene Resthonig reichen den Dunklen durch den 7-8 Monate währenden und bis zu -40° kalten Lapplandwinter. Zum Vergleich: In Deutschland benötigen Ligustica diese Menge. Wichtig ist es, sämtlichen Heidehonig zu entnehmen, weil dessen hoher Ascheanteil die Kotblase der Bienen zu sehr füllte und zum Ende des Winters ein Abkoten in der Bienenwohnung bewirkte. Das gilt übrigens auch für Waldhonig, welcher hier oben jedoch nicht geerntet werden kann. Apropos -40°: Da geht nichts mit Holzbeuten, es sei denn, man ummantelt sie, wie ich es die ersten Jahre praktizierte, mit Styropoor oder man macht es wie die meisten Schweden: Doppelwandige Holzbeuten, lose ineinander gestellt, und dazwischen 10 cm Glaswolle! Ebenso der Deckel. Da finde ich, zumindest hier oben, die Segeberger, ohne sonst noch etwas, schon sympathischer, auch unter "Bio-Gesichtspunkten" oder unter dem Gesichtspunkt der "Öko-Bilanz", welche eine Bioimkerin aus dem Kreis Stade hinsichtlich der Styropoorbeuten als Grund deren Ablehnung nannte. Denn ob direkt Styropoor oder indirekt als Ummantelung, wo ist da der Unterschied? Einen Unterschied gibt es freilich: mit Segeberger Styropoorbeuten schont man den Wald, wobei ich solchen, nach deutschen Maßstäben, reichlich besitze;-) Im ersten Winter hier oben füllte ich, ganz "Bio", die Häuschen mit Hobelspänen aus, was sich im Frühjar als Wahnsinnstat herausstellte: Ohne Staubsauger hätte ich mich um die Qualität meines ersten Honigs gesorgt; und nun stelle man sich Glaswolle , offen zwischen den zweischaligen Ummantelungen, vor.

 

Ich überwintere mit offenem Boden, allerdings stehen die Beuten in geschlossenen, jedoch gut belüfteten Häuschen bzw. in einem im Fluglochbereich offenen Bienenhaus.

Emsiges Treiben der Begattungsvölklein am 14.8.13.

Königliches Gebrumme, da ist sie und weg ist sie. (Bei genauer Betrachtung des Fotos ist zu erkennen wie die Königin versucht, mittels ihrer Hinterbeine, die nach hinten gestreckt sind, sich des Begattungszeichens zu entledigen. Der Schattenwurf auf das  hinterste Abdomensegment ist schade! Man hat für eine solche Zufallsaufnahme, wie auch jene mit dem Begattungszeichen, eben nur Sekunden Zeit ... und man muss die Kamera bereit haben.)

Natürlich schaue ich in das Kästlein und was sehe ich (auf dem Foto leider verwackelt, die Dame hielt nicht still, sie tänzelte): das Begattungszeichen, zu erkennen als weißes "Zipfelchen" am Hinterleib der Königin. Für Nichtimker: Die Begattung erfolgt im Fluge, dabei "reitet" der Drohn auf und kopuliert mit der Königin. Beim Abheben des Drohn reißt dessen Penis aus und bleibt in der Scheide der Königin haften. Als sichtbares Zeichen der vollzogenen Begattung ist der abgerissene Penis des Drohn, der nun stirbt, am Hinterleib der Königin zu sehen. Die Königin wird von Arbeiterinnen sofort dieses Teils entledigt, so dass sie für eine weitere Begattung bereit ist. Man muss also Glück haben, so wie ich heute, dieses Zeichen zu sehen.

Tracht

Es blüht alles wie in der Vorwoche, doch kommen einige "fehlgesteuerte" Preiselbeeren dazu. Wirklich. Als ich heute (13.8.) am Lainejaur bin traue ich meinen Augen nicht: Preiselbeeren in voller Blüte. Die haben wohl auch ganzjährig Frühlingsgefühle wie ein Birkhahn in meiner Umgebung, welcher das ganze Jahr über balzt.

Beeren und Blüten zugleich an einem Preiselbeerenstrauch. Aber Reife Früchte und Blüten zur selben Zeit kommt gelegentlich auch bei Obstbäumen vor.

Wetter

Die neue Woche beginnt mit gelegentlichem Sonnenschein und 18° am Nachmittag. War die Wetterprognose der letzten Woche für diese Woche noch düster, so kommt nach der neuesten Vorhersage fast Freude auf. Bis Freitag soll es richtig schön sein, was sich zumindest für den 12.8. bestätigt: Die Sonne steht am nordisch blauen Himmel, das Thermometer zeigt um 13.30 Uhr 19° an, in der Sonne klettert es auf 25°; da kann man sich 100 km unter dem Polarkreis nicht beklagen. Ich nicht und die Bienen nicht;-)
Den Methereologen kann man auch nicht mehr trauen: Von wegen Sonne am 13.8. und auch die ganze Woche. Mehr Wolken als Sonne, am Nachmittag gelegentliche Schauer. Ok, wenigstens 17°. Was man da noch gauben soll? Der Wetterdienst reagiert schnell und meldet für die ganze Woche mieses Wetter. Doch heute, am 14.8., scheint die Sonne, es werden 19° erreicht, nur gelegentlich regnet es aus heiterem Himmel. Am 14.8. SA 4.23, SU 21.11 Uhr. Tag 3.11 bis 22.24 Uhr!
Von wegen, www.youtube.com/watch. Nehmen wir Valencia am 14.8.: SA 7.12, SU 20.59 Uhr, Tag von 6.43 bis 21.28 Uhr. Hier oben scheint die Sonne also 16.48 Std, in Valencia nur 13.47 Std. Tag ist es hier 19.13 Std, in Valencia 14.45 Std. Wenn also die Sonne bei Tag und Nacht scheint, dann in Lappland! ;-))
Das schöne Wetter mit Sonne pur und 21/22° hält sich bis Freitag. Die Woche klingt mit einem bis zum Nachmittag verregneten und danach sonnigen und mit 18° milden Samstag aus.

Sonstiges

Der zweite "Fischzug", am Sonntag, bringt 6 Maränen und 14 Barsche.

Am 12.8. schließe ich die Ernte der Arktischen Brombeere mit 12 kg ab.

 

BEERENPREISE (Aufkäufer) 2013 in Schweden:
Preiselbeeren 40 Kronen (4,60 €) / kg
Heidelbeeren 40 - 50 Kronen (4,60 - 5,75 €) /kg
Moltebeeren 100 - 120 Kronen (11,50 - 13,80 €) /kg
Arktische Brombeeren 600 Kronen (69 € !) /kg.
Andere Beeren, die ich ernte, interessieren die Norrländer nicht.

Die Woche vom 18. bis zum 24. August

Bienen

Montagmorgen um 8 Uhr beginne ich mit Reizen. Ich reiche Pollenersatz in Form von "Öko-Sojamehl", wodurch nochmals kräftig zur Brut und damit zur Schaffung unverbrauchter Winterbienen angeregt wird.
Eine Kontrolle der Begattungsvölklein lässt mich aufatmen: Die ersten beiden Königinnen stiften. Am Freitag tritt Ernüchterung ein: Eine Königin unternahm wohl nochmals einen Paarungsflug, welcher ihr zum Verhängnis wurde. Schade, auch für den Kollegen in Süddeutschland, der sich so sehr auf die Kvarnhulterin freute. Und mit einem tränenden Auge stelle ich auch heute fest, dass eines der Mädels, welches nach Thüringen soll, noch immer nicht stiftet, wohl aber ruhig auf den Wäblein zieht, was hoffen lässt. An dieser Stelle einen aufmunternden Gruß an H. in H. Alle anderen sind in Eiabablage.

... tragen bis 19 Uhr reichlich ein. Ein Schlaumaier muss in einem Spezialforum (ich bekomme gelegentlich entsprechende Hinweise!) natürlich gleich das Pollenersatzmittel in Frage stellen. Dem Kollegen ist (noch) nicht klar, dass ich kein 0815-Imker bin, sondern ein solcher, der gerne experimerniert. Und manchmal gewinnt man dabei ganz interessante Erkenntnisse, welche auch dem "Normalimker" zugute kommen. 

Freude kommt auf: Die ersten Mädchen stiften (für Laien: sie legen Eier, zu erkennen als kleinste Stiftchen) also klappte die Begattung!

 

Tracht
Wie in der Vorwoche, doch abnehmend. Im Vergleich zur Kulturlandschaft Deutschlands bietet die Wildflora des Norrlandes den Bienen und Hummeln noch immer einen reich gedeckten Tisch.

 

Wetter
Die neue Woche beginnt mit bestem Sonntagswetter: sonnig und 21°. Am Montag höre ich 7.30 Uhr im NDR1 den Wetterbericht für Niedersachsen, und da kann ich mich nun nicht beklagen: Regen und z.B. in Celle 15° (zur Mittagszeit 18°). Zur gleichen Zeit scheint hier die Sonne bei 16° und ein Himmel, wie es ihn nur im hohen Norden gibt! Am Mittag lese ich 22° ab. Und die Prognose bis zum 27.8. kann man auch nicht beanstanden (soweit man den Wetterfröschen trauen kann): www.yr.no/sted/Sverige/V%C3%A4sterbotten/Springliden/langtidsvarsel.html
Naja, so ganz richtig liegt der von den Schweden so gepriesene norwegische Wetterdienst nicht: sowohl am 20. als auch am 21.8. ist es mehr bewölkt als sonnig, die Temperaturen steigen nicht über 16°. SA am 21.8. 4.47 Uhr, SU 20.47 Uhr (Peine SA 6.11 Uhr, SU 20.32 Uhr). Der 22.8. lässt einen Wetterumschwung vermuten, es ist sonnig und 20° warm, und der Umschwung findet statt: Der 23. ist schön und der 24., einer der schönsten Sommertage der Saison, schließt mit 15 1/2 Sonnenstunden (4.57-20.35 Uhr) und 22° die Woche ab. Auf Wetterprognosen gebe ich übrigens schon lange nichts mehr. Als Irene, sie hatte einen Landhandel in Springliden, früher allemal sagte: "televäder säger, fint väder i morgon" (der TV-Wetterbericht sagt, schönes Wetter morgen), so war war meine Antwort: "nej, televäder säger, fint väder igår" (nein, der TV-Wetterbericht sagt, schönes Wetter gestern). Und ich hatte immer recht.

Sonstiges
"Eingefangen" von meiner Wildkamera. Datum und die Uhrzeit stimmen nicht, denn um ca. 5.20 Uhr ist es bereits taghell, siehe Fotos oben. Muss da mal tätig werden, aber nun hängt das Gerät am Lainejaur.
Die untere Fotoreihe ist "von Hand" aufgenommen.

Rentier in meinem Moorbirkenwald.

Die Woche vom 25. bis zum 31. August

 

Bienen
Die Auffütterung ist beendet, der Wintersitz gerichtet. Die "Ersatzpollengabe" bewirkt noch einen kräftigen "Brutschub", so dass genügend unverbrauchte Bienen in den Winter gehen werden.

Am Montag traten einige Königinnen ihre Reise nach Deutschland an. Ihre künftigen Pfleger wissen der Wert dieser wirklichen Exotinnen zu schätzen. Denn Bienenköniginnen aus Lappland? die gibt es nur von mir! Eine Königin stiftet noch immer nicht, was mich wundert, denn sie zieht sehr majestätisch über die Wäbchen. Doch sie wird es auch noch schaffen, da bin ich mir sicher. Derzeit habe ich noch drei Weiselzellen in Pflege, die Paarung könnte vor meiner Abreise durchaus gelingen, denn Drohnen sind reichlich vorhanden, und ab dem ersten Flugtag "soll" es über 15° warm werden. Mal sehen.

 

Tracht
Es blühen noch immer das Dünstängelige Habichtskraut, die Sumpfschafgarbe, der Weißklee, der Augentrost und in großen Flächen die sich in der Jahreszeit irrende Preiselbeere und ebenso der Sumpfporst.

Wetter
Die neue Woche beginnt so wie die Vorwoche endet: 15 Stunden scheint die Sonne vom nordisch blauen Himmel und erwärmt das Land auf 22°! Phantastisch! Bis Dienstag hält sich das tolle Sommerwetter, doch am Mittwoch und Donnerstag wechseln sich bei 16° Wolken und Sonne ab. Der Freitag ist sehr schön doch klettert die Temperatur nicht über 16° hinaus. Um 5 Uhr des 30.8. messe ich am Haus kühle +3°. Die Woche und der Monat verabschieden sich mit einem recht wechselhaften Samstag bei max. 15°. Vermutlich öffnete der Herbst seine Tür. SA am 28.8. 5.11 Uhr, SU 20.19 Uhr.

Der sehr bewegte Lainejaur von meinem Ufer aus am 28.8. aufgenommen.

Sonstiges
Am Sonntag fahre ich zum Gottesdienst nach Gillesnoule. Mein alter Freund, Kyrkoherde Christer Svensson, zelebriert die Hochmesse in der wunderschön am Vindelälven gelegenen, alten samischen Blockhaus-Kapelle von 1796 bis 1798 und lässt damit den Sonntag zu einem wirklichen Ereignis werden. Nach dem Gottesdienst setzt man sich auf samische Art zum Kirchkaffe zusammen. (Näheres zur Kapelle zu Gillesnoule siehe Kirchen in Lappland). Nach dem Kirchkaffee fahre ich noch hinauf nach Ammarnäs, um die Glocke der wunderschönen Kirche zu fotografieren. Ein Weiter gibt es nicht, denn in dem Gebirgsort Ammarnäs endet die Reichsstrasse 363, es gibt also nur ein Zurück!

Die Ernte der Blaubeeren und der Krähenbeeren ist so gut wie abgeschlossen, so stehen noch der Schwedische Hartriegel, die Preiselbeere und als letzte im Reigen die Moosbeere an. Und Marmeladen von all den hier geernteten Beeren gibt es dann auf dem Weihnachtsmarkt in Peine-Stederdorf, der alljährlich am 1. Advent stattfindet. Meinen Stand findet man im Hof des Cafe Duo.

 

 

Die Woche vom 01. bis 07. zum September

 

Bienen
Sonntag ist Flugtag, Montag heißt es die Wohnung zu hüten, doch am 15°-warmen Dienstag fliegen die Immen garadezu um die Wette und tragen unendlich viel Pollen ein, was auf noch reichlich Brut schließen lässt. Geöffnet werden die Bienenwohnungen nicht mehr, es ist alles für den unendlich langen Lapplandwinter vorbereitet.

 

Am Dienstag schlüpft eine wunderschöne Jungfer, und so hoffe ich mit meinem Kumpel H. aus H., dass das Mädchen auf meine letzten Tage hier noch Freier finden wird.

 

Einen Überfall auf eines der für Peine bestimmten Apidea-Völklein erlebe ich am Donnerstag: Obwohl ich auf dem von den Vollvölkern 300 Meter entfernten "Apidea-Standplatz" nichts zu verrichten habe zieht es mich dorthin. Zum Glück! denn ein Völklein wird derart attackiert, dass ohne meine Hilfe die Königin nicht überlebt hätte. Die Königin in einen Versandkäfig gesperrt warte ich den Abend ab und stelle das inzwischen überquellende Völklein auf einen meiner Begattungsplätze. Ich erwähne dieses aktuelle Geschehen nicht des Geschehnisses, sondern der richtigen Reaktion des Imkers wegen: Bei Plünderungen, mit welchen die Bienen nicht selbst fertig werden und das überfallene Volk weggestellt werden muss darf niemals ein leerer Platz hinterlassen werden, weil die Räuberinnen sogleich das nächste Volk anfliegen. Auf den freigewordenen Platz ist stets eine leere Beute zu stellen, gerne mit leeren Waben, welche sodann so lange beflogen wird, bis die Immen merken, dass nichts mehr zu holen ist, worauf sich die Geschichte "tot fliegt". Und speziell im Herbst darauf achten, dass schwachen/kleinen Völkern zur Flugzeit niemals Flüssigfutter gereicht wird, wenn dann am späten Abend nach Einstellung des Flugbetriebes. Speziell bei Begattungsvölklein bietet sich Futterteig an.

Tracht
So etwas erlebte ich noch nie, Preiselbeeren im September als Massentracht.

Wetter
Die neue Woche und der neue Monat geben ihren Einstand mit "Nieselwetter" und das bei 14° zur Mittagszeit. Gelegentlich, aber wirklich nur gelegentlich, zeigt sich die Sonne. Für Montag fällt mir nur ein: www.youtube.com/watch Allerdings erflehte oder ersehnte ich ihn nicht, und bei 10° schon gar nicht. Der Dienstag ist ganz gut, die häufig vom Himmel strahlende Sonne "heizt" die Wildmark auf mollige 15° auf, und der Mittwoch mit 17° und Sonne pur ist gar prächtig. SA am 4.9. 5.32, SU 19.53 Uhr (Peine SA 6.35, SU 19.59 Uhr, Stuttgart SA 6.44, SU 19.59 Uhr). Es scheint die Sonne hier oben noch immer ca. eine Stunde länger vom Himmel als in Peine oder Stuttgart. Am Donnerstag und Freitag wähnt man sich bis gegen 15 Uhr in einer Waschküche, die Höchsttemperatur an beiden Tagen liegt bei 14°. Der letzte Tag der Woche lässt die vergangenen beiden grauen Tage vergessen: Sonne pur, und das von 5.42 bis 19.41 Uhr. 17° am Nachmittag.

Sonstiges
Seit dem 2. September müssen die Elche auf der Hut sein, denn am 1. Montag im September beginnt die Elchjagd, welche bis zum 31.12. währt, zum Glück nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Wegen des geringen Elchbestandes wurde die Jagd auf Alttiere nach der sogenannten "A-Lizenz" seit 2012 ausgesetzt, Kälber indessen dürfen von Grundbesitzern, soweit sie auf "A-Lizenz" jagen, weiter abgeknallt werden. Mehr zur Elchjagd siehe "Durchs Bienenjahr, Teil IV" unter dem 14. September".
Ein Ärgernis sind mir Landsleute, welche hier oben in einer Art Imponiergehabe im "Wildnis-Wichs" herumlaufen, um in der Heimat damit angeben zu können, (gegen Bezahlung versteht sich) an einer Elchjagd teilgenommen zu haben, in Wirklichkeit jedoch am Strassenrand saßen, um einem möglicherweise in Schußweite herausflüchtenden Elch den Garaus zu machen. Doch in der Regel kommen die Freizeitjäger aus Deutschland nicht zum Schuß, weil der von einem mit Sender ausgestatteten Hund gestellte Elch durch dessen Gekläffe so lange, z.T. Stunden, irritiert wird, bis ein Schwede sich auf Schussdistanz nähert usw. Und ganz erbärmliche Kreaturen sind jene Landsleute, welche meinen, ihre im "Altdeutschen Stil" (grrrr) eingerichteten Wohnungen mit einem Auerhahn oder Birkhahn verzieren zu müssen. Dazu muss man wissen, dass es für Raufußhühner in Schweden keine Abschußpläne gibt, also alles, was einem vor die Flinte fliegt, gemeuchelt werden darf. Grausam!

Die Woche vom 08. bis zum 14. September

 

Bienen
Ab Sonntag sind die Bienen im Großeinsatz. Sie schaufeln geradezu Pollen in ihre Wohnungen. Immer wieder wunderte ich mich über die braungelbe Farbe des Pollen, bis mir vor einigen Tagen ein ca. 2,5 km von Kvarnhult wohnender Mann sagte, in seinem Garten wimmle es nur so von Bienen. Des Rätsels Lösung: Er pflegt unendlich viele Stauden des Strauch-Fingerkrauts (Potentilla fruticosa). Bei einem Volk schiebe ich Sonntag schnell das Pollenabstreifblech ein. Das Ergebnis nach 4 Stunden: 200 Gramm Pollen (getrocknet). Des Pollenabstreifbleches wegen, welches das Passieren des Flugloches erschwert, sehe ich am Nachmittag, wie viele Drohnen noch immer vorhanden sind. Die Brummer passen gerade so durch die Löcher des Pollenabstreifbleches und sie drängen bei dem schönen Wetter wohl auch nach draußen, was weniger auffällt. Doch bei ihrer Rückkehr gibt es am Flugloch einen "Drohnenstau", den ich so nicht erwartet habe.

Tracht
Strauch-Fingerkraut (s. bei Bienen), Weißklee, Rotklee, Dünnstängeliges Habichtskraut und, nicht zu vergessen, noch immer die "fehlgesteuerten" Preiselbeeren.

Wetter
Nach Frühnebelauflösung glänzen die ersten zwei Tage mit Sonnenschein bei 20°. Am Dienstag hält sich der Nebel sehr lange, die Temperatur erreicht 16°, aber immer noch günstiger als in Peine, dort klettert die Quecksilbersäule auf gerade mal 11°. Und im Moment, es ist Mittwoch, 7.45 Uhr, Nebel liegt auf Wald, Moor und Wasser, zeigt mein Thermometer 13° an. Peine meldet 10°, Stuttgart 11°. Kein Grund zur Klage also. Zur Mittagszeit lese ich 16° ab, doch leider ist es stark bewölkt. SA 5.54, SU 19.27 Uhr (Peine max. 14°, SA 6.46, SU 19.43 Uhr). Der nordisch blaue Himmel und spätsommerliche 17° am Donnerstag machen mir den Abschied schwer, doch das triste Wetter am frühen Freitag hält mich dann doch nicht zurück. Allerdings fand ich in Peine nichts Besseres vor.

Sonstiges
Sonntag, strahlend blauer Himmel, 10 Uhr, das Gebelle eines stellenden Elchhundes, es fällt ein Schuss. Gegen 10.30 Uhr fahre ich los in die Moore am Lainejaur, ich möchte Moosbeeren pflücken. Auf der Strasse, etwa 600 m von Kvarnhult entfernt eine Ansammlung tailändischer Beerenpflücker am Strassenrand welche zum Moorwald rechts der Strasse blicken und aufgeregt palavern. Der von der sogenannten "Beerenindustrie" zur Verfügung gestellte, schrottreife Kleinbus "hängt" halb im Strassengraben. Ca. 50 m von der Strasse entfernt 5 Männer, sie tragen Mützen mit signalroten Warnstreifen, man sieht Gewehre. Am Boden ein Elchbulle, die Stangen des dreiendigen Geweih's weisen zum Himmel. Das ist der Tag des Herrn!
Elchjagd: Der während des ganzen Jahres im Zwinger gehaltene Hund wird, der unendlichen Größe der Reviere wegen meist mit einem Sender ausgestattet, zum Aufspüren eines Elches in das Gelände geschickt. Irgend wann stößt er auf einen Elch welchen er sofort stellt; bellend folgt er jeder Bewegung des verängstigten Tieres, hält es unter Kontrolle und fixiert es so lange, bis sich ein Jäger, auch mittels eines Quad's, auf Schussdistanz nähert. Natürlich steigt man dann von dem Fahrzeug, schließlich achtet man das Gesetz. Der Rest ist klar. So einfach für den Menschen und chancenlos für den Elch geht das! Und dann rühmen sich deutsche Waidmänner, in Skandinavien an einer Elchjagd teilgenommen zu haben. Das ist nicht zu Lachen, es ist zum Auslachen und, denke ich an den Elch, so ist es eher zum Weinen! Waidmannsheil!

 

Tschüss, ade, heidå
Wegen technischer Probleme mit meinem PC komme erst heute, dem 15. September, dazu, mich von den geneigten Betrachtern meiner Berichte über den "Sommer 2013 auf Kvarnhult" zu verabschieden.
Das war also der Sommer 2013 unter dem Polarkreis. Um 7.30 Uhr des 13.9.2013 heißt es Abschied zu nehmen. Nach einer "Mütze Schlaf" in Öxelösund besuche ich am 14.9. in Jönköping einen Ligusticazüchter auf einen Kaffee mit Kuchen und komme am selben Tag gegen 22 Uhr in Peine an.
Tschüss, ade, heidå,
Ihr Bernd Klotz

 

Ein Hinweis zum Wetter in der 39. Kalenderwoche:

Seit dem 23.9. ist absolute Winterruhe der Bienen angesagt. Die Temperatur liegt bei +3° am Mittag und bei -1° am frühen Morgen. Und es soll während des Prognosezeitraumes, bis zum 3.10, so bleiben, danach ist ohnehin Winter Das bedeutet, die Bienen werden nun bis Mitte/Ende April, also ca. 7 Monate, ihre Wohnung hüten.
Um sich ein Bild machen zu können, mit welchen Wettersituationen die Bienen unter dem Polarkreis fertig werden müssen, werde ich jeden Mittwoch, erstmals am 16.10., hier die Wetterdaten einstellen.

 

16.10.13 Klar,                   -5° bis -1°; SA 7.38, SU 17.20 Uhr.
23.10.13 Schneeregen,          -1° bis 0°; SA 8.04, SU 16.51 Uhr.
30.10.13 Klar,                    0° bis  2°; SA 7.27, SU 15.26 Uhr.

                                     Zum Vergl. Peine SA 7.11, SU 16.53 Uhr.
06.11.13 Klar und Schneefall,  -8° bis -5°; SA 7.50, SU 15.06 Uhr. Tagzeit 6.52 bis

                                    10.04 Uhr.
13.11.13 Klar,                   -2° bis -1°; SA 8.16, SU 14.39 Uhr.

                                    (Ausnahmsweise am 16.11., 8 Uhr/13 Uhr: Kvarnhult

                                     bewölkt, 0°/3°; Peine klar, -1°/5°. Verkehrte Welt!)
20.11.13 Klar,                   -14° bis -6°; SA 8.41, SU 14,17 Uhr. Tagzeit 7.32 bis

                                     15.29 Uhr.

                                     Zum Vergl. Peine SA 7.48, SU 16.22 Uhr, Tagzeit 7.09

                                     bis 17.00 Uhr. Demnach ist es in Peine nur 1 Stunde 54

                                     Min. länger Tag!
27.11.13 Klar,                   0° bis +5°; SA 9.05, SU 13.57 Uhr. Tagzeit 7.49 bis

                                    15.16 Uhr.
04.12.13 Klar,                  -5° bis -1°; SA 9.28, SU 13.40 Uhr. Tagzeit 8.05 bis

                                    15.06 Uhr.
12.12.13 Schneeregen           0° bis +3°; SA 9.48, SU 13.26 Uhr. Tagzeit 8.18 bis

                                    14.59 Uhr.
                                    (Ich hatte vom 5. - 12.12. keinen Netzzugang, deshalb

                                     einen Tag später.)
18.12.13 Klar,                    -8° bis -3°; SA 9.58, SU 13.23 Uhr. Tagzeit 8.25 bis

                                     14.59 Uhr.
21.12.13 (Wintersonnenwende) -13° bis -4°; SA 10.00 Uhr, SU 13.23 Uhr. Tagzeit 8.28

                                    bis 14.58 Uhr.

 

Mit den Daten zur Wintersonnenwende beende ich hier die Wetterhinweise. Schauen Sie ab dem 24.12.13 bei "Sonn’ bleibt jetzt aus so lang" (Winter 2013/14).

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© Bernd Klotz