Kvarnhult
Kvarnhult

KÖNIGINNENZUCHT

Meine (Hobby-) Zucht der Dunklen Biene basiert auf hochnordischen Reinzuchtlinien. Bei der Zuchtauswahl lege ich auf die Förderung positiver Eigenschaften besonderen Wert.

 

Diese sind:

  • Sammeltrieb,
  • Wetter- und Winterfestigkeit bei geringem Futterverbrauch,
  • Brutfreude bei gleichzeitiger Minderung des Schwarmtriebes,
  • Abwehrbereitschaft gegen Räuberei,
  • Putztrieb,

 

und besonders

  • Sanftmut,
  • Wabenstetigkeit,
  • Kalkbruttoleranz.

 

Zu erwähnen ist, dass ich meine Völker stets ohne Schutzkleidung behandle; allein wetterbedingt kommt gelegentlich Rauch zum Einsatz.

 

Wegen eines Unfalles und anhaltender Beschwerden stellte ich im Juli 2017 die Pflege der Dunklen Biene ein.

 

Bei der Zucht der Ligustica lege ich Wert auf eine schöne gelbe Farbe. Eine Zuchtauslese auf Sanftmut, Schwarmträgheit, Wabenstetigkeit, Kalkbruttoleranz und Fleiß ist nicht erforderlich, diese Eigenschaften sind der Ligustica gewissermaßen in die Wiege gelegt.

Das gilt auch für die VSH-Ligustica, wobei ich bei dieser Variante mein besonders Augenmerk auf Gelbfärbung lege, weil die VSH durchaus dunkler als die Ligustica ausfallen kann. Um die Gelbfärbung zu erhalten, paare ich ausgewählte gelbe VSH-Drohnen mit normalen Ligustica. Bei F1 und F2 VSH bleibt die Hygieneeigenschaft gegen Varroen ausgeprägt.

 

Als Zuchtverfahren wende ich den Bogenschnitt (Verwendung beider Wabenteile), das System Nicot (seit 2007) oder (seit 2009) ein natürliches Verfahren  an. Alle drei Verfahren, speziell das natürliche Verfahren, werden meinen Belangen gerecht, vor allem hinsichtlich der Zahl der von mir benötigten Königinnen, und des Ergebnisses insgesamt.
Weil die Zucht unter Anwendung des Bogenschnittes oder nach Nikot (s. unten) dem natürlichen Nachschaffungsverhalten eines Bienenvolkes nicht entspricht, gehe ich mehr und mehr zu einem nahezu absolut natürlichen Verfahren über, welches zudem einen geringeren Aufwand erfordert, Garant für die Annahme aller Königinnenlarven und bester Königinnen ist. An dieser Stelle sei bemerkt, dass die Güte der Königinnen nicht nur vom Alter der in Pflege genommenen Larven abhängt, sondern insbesondere auch von der Versorgung der Larven mit Futtersaft, weshalb es wichtig ist, nach dem Schlupf der Königinnen einen "Bodensatz" an Futter vorzufinden; dieser Rest ist ein Indiz dafür, dass die Larve im Futtersaft schwamm.

 

Grundsätzliches

Bei dem Pflege- oder Ammenvolk muß das "Bienen-Raumverhältnis" stimmen, nur so kommt es in die erwünschte Pflegestimmung. Schwarmstimmung soll nicht aufgekommen sein! Wichtig ist das Vorhandensein vieler jüngster Bienen. Um diese Voraussetzung zu erreichen ist gegebenfalls ein Wabenaustausch vorzunehmen, dabei sind dem Pflege-/Ammenvolk Waben mit schlüpfender Brut zuzuhängen.
Neun Tage vor der Zugabe des Zuchtgutes wird die Königin zur Bildung eines Königinnenablegers entnommen, wodurch das Volk in absolute Pflegestimmung gerät. Nach neun Tagen werden die angepflegten Weiselzellen ausgebrochen und das gewünschte Zuchtgut, gleich nach welcher Zuchtvariante, zugegeben.

 

Zwei Tage vor dem Schlupftermin sind die Königinnenzellen in die Begattungsvölklein (Apidea) oder in das künftige Volk (Vollvolk oder Ableger) zu verschulen.
(Mittels zweier Trennschiede und eines eigens angefertigten Bodens können in einer Magazinzarge drei Dreiwabenableger untergebracht werden.)

 

Bei einer beabsichtigten Aufteilung des Ammenvolkes in Begattungseinheiten, was in Lappland die Regel ist, lasse ich die Jungfern im Ammenvolke schlüpfen.

 

Aufgrund der (wetterbedingten) Situation in Lappland führe ich je Ammenvolk nur eine Zuchtserie durch, folglich werden aus dem Pflegevolk zeitgleich mit der Zellverschulung Bienen entnommen und auf die Ablegerkästen / Begattungskästchen verteilt. Bei dieser Prozedur erfolgt zugleich die Entnahme der Drohnen- oder auch nicht, sofern auch das Ammenvolk zum Vatervolk bestimmt ist, was in Lappland die Regel ist.

 

Zur Beruhigung der Begattungsvölkchen und zu deren Desorientierung wird nikotinhaltiger Rauch eingesetzt, zudem bekommen die Begattungsvölkchen zwei bis drei Tage "Kellerhaft", wodurch die Völkchen zu einer Einheit zusammen wachsen. Während der Kellerhaft wird flüssig gefüttert. Um die Räuberei der Begattungsvölkchen untereinander oder auch des Drohnenvolkes / der Drohnenvölker zu minimieren, darf während der Freiaufstellung der Begattungseinheiten nur Futterteig nachgereicht werden.
Nach Saisonende vereinige ich die Begattungsvölkchen unter Anwendung von nikotinhaltigem Rauch und "Kellerhaft" zu Ablegern oder zu "Königinnen-Überwinterungsvölkern" (Mini-Plus).

 

Zur Begattung werden die Völkchen, in welchen i.d.R. Drohnen vorhanden sind, und ggf. das Drohnenvolk an einem zweifellos bienenfreien Standort aufgestellt, wodurch eine kontrollierte Begattung sichergestellt werden kann. Bienenfreie Gebiete sind im hohen Norden Skandinaviens nicht ungewöhnlich, weil es zum einen nur sehr wenige Imker gibt (der nächste Bienenstandort liegt 20 km von mir entfernt) und zum anderen abgegangene Schwärme wegen des sehr strengen und langen Winters ohne Zutun des Menschen keine Überlebenschance haben.


Drohnenzucht

Grundsätzlich möchte ich erwähnen, dass die Verwendung des Vatervolkes zugleich als Ammenvolk sehr große Vorteile hinsichtlich der Begattungsfähigkeit der Drohnen birgt, weil Völker ohne begattete Königin, also mit Königinnenbrut (oder auch mit einer Jungfer) sich in besonderem Maße der Drohnenpflege hingeben. Eine gute Drohnenpflege ist ohnehin mit der Schlüssel für eine erfolgreiche Königinnenzucht. Bei vielen Imkern mangelt es an dieser Erkenntnis. Die Einleitung der gezielten Drohnenzucht, in welche ich fördernd eingreife, hat ca. 20 Tage vor Einleitung der Königinnenzucht zu erfolgen! Damit sind die Drohnen, sofern sie gut mit Pollennahrung versorgt werden (unbedingt Neopoll füttern), zu Beginn des Begattungsfluges der Königinnen in Hochbrunst. Nach meiner Erfahrung aus der instrumentellen Besamung tragen ohne förderndes Eingreifen des Züchters gut 50% der Drohnen kein Sperma! Leistungsfähige Drohnen sollten deshalb stets gezielt gezogen werden, indem die Königin auf eine möglichst einmal bebrütete Drohnenwabe gesperrt wird. Wichtig ist es, das Drohnenvolk nur ein Brutstadium pflegen zu lassen, weil nur so ein hoher Anteil fruchtbarer Drohnen erzielt wird. Bei schlechten Trachtverhältnissen, auch während Schechtwetterperioden, stellen die Völker meist die Drohnenpflege ein und werfen durchaus die gesamte Drohnenbrut aus dem Stock. Um dieses zu verhindern ist dem Volke zwingend z.B. Neopoll oder auch "Apiovo" (siehe mein Rezept bei Lapplandsommer 2015) zu reichen. Sollte die Drohnenpflege dennoch eingestellt werden, bedarf es eines "Tricks", auf welchen die Völker absolut reagieren:

Entnahme der Königin!

Dieser Eingriff des Menschen sichert zudem fruchtbare und vor allem hochbrünstige Drohnen.

 

Wegen gelegentlicher Witterungsunbilden im subarktischen Raume oder zur Gewährleistung einer gezielten Drohnenauswahl werde ich ab dem Zuchtjahr 2007 im Bedarfsfalle instrumentell begatten


Der Bogenschnitt

Zur Durchführung dieser Zuchtvariante verwende ich eine nichtbebrütete honig- oder zuckerwasserfeuchte Wabe, welche in einer Absperrgittertasche dem Zuchtvolk inmitten des Brutnestes zugehängt wird. In diesen "Käfig" kommt die Königin, welche sogleich mit der Eiablage beginnt. Am vierten Tage nach dem Beginn der Eiablage wird die Wabe herausgenommen, der Bogenschnitt in der bekannten Weise durchgeführt, wobei der obere Wabenteil im Rähmchen bleibt. Der herausgenommene untere Wabenteil wird in ein leeres Rähmchen geklemmt. An den Schnittstellen lasse ich max. nur jede zweite Larve stehen, um ein Zusammenwachsen der Königinnenzellen zu vermeiden. Beide Waben werden sodann dem Ammenvolk zugesetzt. Bei der Zahl des dem Ammenvolk zugegeben Zuchtgutes orientiere ich mich an der Zahl der angepflegten (und nach neun Tagen ausgebrochenen) Weiselzellen.

 

Das Nicot-Zuchtsystem ist eines der sichersten und rationellsten Systeme zur erfolgreichen Königinnenzucht.
Das 147 x 130 mm große Kunststoffwäbchen bildet zusammen mit den auf die rückwärtigen Wäbchenzäpfchen aufzusteckenden Weiselnäpfchen die Basis des Systems. Hinzu kommen die Näpfchenhalter, welche einerseits zur Aufnahme der Weiselnäpfchen und andererseits als Halterung (Adapter) zur Befestigung der Weiselnäpfchen an den auf der Zuchtleiste zu befestigenden Haltesockeln dienen. Weitere Bestandteile des Zuchtsystems sind die Schlupf- und Transportkäfige.
Neu erworbene Nicotwäbchen sollten vor Gebrauch einige Tage einem Volk zugehängt werden, so werden sie von Bienen begangen und folglich von der später einzusetzenden Königin besser angenommen. Ideal ist es, die Näpfchen zuvor mit etwas Honiglösung auszutupfen.
Zur Reinigung bebrüteter Näpfchen befülle ich diese mit etwas Honig und hänge sie, auf die Halter aufgesteckt, in eine Wabengasse. Nach kurzer Zeit schauen die Näpfchen wie poliert aus und sind für den nächsten Einsatz bereit. Larve ich in Nicotnäpfchen um, verfahre ich grundsätzlicg so, weil der "Annahmeerfolg" besser ist.
Ich befestige das Wäbchen in einem Baurahmen und hänge diesen nach Besetzung des Wäbchens mit der Königin in den Bereich des Brutnestes. Nach meiner Erfahrung beginnt die Königin innerhalb von 24 Stunden mit der Eiablage. Am vierten Tage nach Eiablage, am Schlupftag der Larven also, stecke ich die Weiselnäpfchen unter Verwendung der Näpfchenhalter auf die an die Zuchtleiste anzubringenden Sockel. Diese Haltesockel hänge ich in eine etwas erweiterte Wabengasse im Zentrum des Brutnestes.

Ich wähle diese Variante, weil an Zuchtleisten befestigte Weiselzellen, auch wenn sie an einem Leistchen in der Mitte eines Rähmchens angebracht werden, wie es ein österreichischer Kollege empfahl, so verbaut werden, dass man nur mit allergrößter Mühe und unter Gefährdung der Weiselzellen die Schlupfkäfige überstülpen kann. Bei meiner Methode indessen wird nicht eine einzige Zelle verbaut. Möchte man zwei Reihen pflegen lassen, was mittels Zuchträhmchen mit Mitteleiste möglich ist, so entnimmt man ggf. ganz einfach eine ganze Wabe (ohne Bienen) und schafft somit Platz für zwei etwas erweiterte Wabengassen zur Aufnahme der Zellen. Nach dem Verdeckeln der Weiselzellen erfolgt das Überstülpen der Schlupfkäfige über die Weiselzellen. Kurz vor dem Schlupftermin verschule ich die Weiselzellen ungeschützt in die Begattungsvölklein. Beim Belassen der Weiselzellen im Ammenvolk, sofern aus dem Ammenvolk Begattungsvölklein gebildet werden, setze ich kurz vor dem Schlupftermnin den Käfigen, je nach Größe der Weiselzellen, 2 oder 3 Bienen zu, deren Aufgabe es ist, die neugeschlüpften Königinnen zu pflegen. Zur Versorgung der Pflegebienen mit Futter befülle ich die inneren Hohlräume des Verschlußdeckels der Schutzkäfige vorsorglich mit Neopoll.

Zu meiner Methode der Weiselzellenbehandlung und der Einweiselung erreichte mich am 13.6.2015 folgende e-mail eines sehr erfahrenen Imkers:

"Ich mache nach 40 jähriger Imkertätigkeit 2 Dinge nur noch nach dem Klotzverfahren:

1. Zusetzen von wertvollen Königinnen nur noch mit dem Zusetzgitter.

2. Bei der Zucht werden die Zellen nur noch im Wabenzwischenraum plaziert und es gibt sehr schöne Zellen und keinerlei Verbauung mehr. Dank Ihrer Tipps habe ich meine Königinnenzucht optimiert und den Ärger reduziert bzw. minimiert."

Ein solches Kompliment von einem Lehrer zu erhalten ist schon ein besonderes Lob. Danke nach Bayerisch-Schwaben!

Die Rückseite des Kunststoffwäbchens ist mit Holzzäpfchen ausgestattet, deren Innen-durchmesser die Maße von Arbeiterinnenzellen (5,4mm) und außen den Durchmesser von Königinnenzellen (9mm) aufweisen.

Auf diese Zäpfchen werden die künftigen Königinnenzellen (Näpfchen) aufgesteckt. Rechts unten im Bild sind zwei Holzzäpfchen sowie zwei abgenommene Näpfchen zu sehen.

Die Vorderseite des Wäbchens weist ein Wabenmuster (Arbeiterinnenformat) mit überwiegend angedeuteten Zellen auf. Unterbrochen wird das Muster durch "wirkliche" Arbeiterinnenzellen, auf deren Rückseite die künftigen Königinnenzellen aufgesteckt sind. Eine Täuschung also!

Mein Tipp zum Versand von Zuchtgut

 

Interessierten Imkern möchte ich hier eine Möglichkeit des Zuchtgutaustausches vorstellen, wie wir ihn in Nordschweden zur "Blutauffrischung" praktizieren: Ein kleines Wabenstückchen mit jüngsten Larven (und Eiern) wird locker in ein feuchtes Küchenpapier eingeschlagen und in einem Kunststoffbehälterchen, welches in eine Luftpolsterfolie zu hüllen ist, sicher verwahrt. In einem Kuvert (in Deutschland mit DHL-Expresskuvert - Zustellung binnen eines Tages) tritt das Gut sodann den Weg zum Zuchtfreund an. Nach meiner Erfahrung überleben Larven ohne Brutwärme zwei Tage problemlos. Bei Eiern indesssen ist die Überlebensrate nach meiner Beobachtung vergleichsweise geringer, was wohl daran liegt, dass einerseits weit entwickelte Emryonen die Abkühlung weniger ertragen und andererseits nach der Brutentnahme geschlüpfte Larven ganz einfach verhungern. Man hat also auf jeden Fall die Chance, aus einem Tag bis max. zwei Tage alten Larven Königinnen ziehen zu können.

Wenn ich deutschen Imkern diese Möglichkeit des Austausches von Zuchtgut vortrage, ernte ich in aller Regel nicht mehr als ein ungläubiges Lächeln. Doch es klappt, liebe Imkersleute, selbst im subpolaren Klima Lapplands. Gerhard Fuhrich aus Hämelerwald (siehe " Ruf des Nordens 2008 - Teil I - 16. bis 22. und 23. bis 29.6.") konnte im vorigen Jahr Zeuge dieser Art des Zuchtgutaustausches werden.

 

Mein lieber Tommy, ein sehr netter junger Mann aus Eckernförde, verfügt über zwei Dunkle Völker norwegischer Herkunft. Ihm erzählte ich von dieser Möglichkeit. Also vereinbarten wir einen Test. Nach meiner Vorgabe entnahm er am 22.April 09 ein Stückchen Brutwabe. "Vorschriftsmäßig" verpackt erreichte es mich auf dem Postwege am 24. April. Um den Larven weiteren Stress zu ersparen larvte ich nicht um, sondern baute das Wabenstückchen in eine Brutwabe mit auslaufender Brut eines seit neun Tagen weisellosen Volkes ein. Am Samstag war zu erkennen, dass die meisten Larven den stressigen Transport überlebt hatten und acht von ihnen in Königinnenpflege übernommen waren; am Sonntag waren eindeutig sechs Weiselzellen ausgezogen, in welchen die Larven im Futtersaft geradezu schwammen. Eine Nachschau am 1.5. ergab, dass 4 Weiselzellen gedeckelt sind. Angesichts des ca. 3 x 5 cm kleinen Wabenstückes ist das Ergebnis dennoch ausgezeichnet. Die zum Zeitpunkt der Ankunft des Wabenstückchens vorhandenen Eier entwickelten sich nicht weiter; meine bisherige Erfahrung mit Eiern fand somit ihre Bestätigung.
Durch eine Unachtsamkeit meinerseits wurden zwei der vier Weiselzellen ausgebissen. Doch zwei Jungfern schlüpften; sie stehen momentan, zusammen mit 4 Jungfern aus meinen Lappländern und einer Elgon, auf dem (wohl sicheren) Begattungsplatz. Es bleibt zu hoffen, dass die Mädels dem Wetter trotzen und möglichen Räubern entkommen, so dass ich die insgesamt sieben Jungfern am 22. Mai als Königinnen zu mir nach Peine nehmen darf. Ich möchte erwähnen, dass ein lieber Freund aus dem Raume Göttingen ebenfalls eine Jungfer (Nachzucht aus Lappland-Reinzucht) zur Begattung aufgestellt hatte. Er verfolgte das Wettergeschehen und er hatte angesichts der Wetterlage während der Begattungszeit kein gutes Gefühl.

 

 

Am 22.5. traf ich gegen 19 Uhr bei +6° und Regen auf dem Begattungsplatz ein. Und ehrlich gesagt, auch ich zweifelte am Erfolg. Trotz der Wetterlage wagte ich einen Blick in das Apidea-Völkchen einer Norwegerin. Und die Freude war groß, sie war wohlauf und sie hatte prächtig gestiftet. (Hallo Ewald, ich hoffe, es geht ihr gut?)
Am folgenden Tag schaute ich alle Begattungsvölkchen durch und bis auf die Elgon waren alle Königinnen vorhanden, drei von ihnen stifteten bereits, die nachfolgend geschlüpften waren noch nicht so weit. Am selben Tage holte Kai S. seine beiden Mädels persönlich ab, er scheute die zweistündige Fahrt nicht. (Eine der beiden Königinnen stiftete bereits sehr schön; bei der zweiten handelt es sich nach meiner Überzeugung um eine Rarität, weil ich in ihr nach der Farbe eine ihrer Urahninnen erkannte, deren Herkunft auf ein vor Jahren im Jämtland gefundenes Volk der Dunklen alten schwedischen Typs zurückgeht. Diese Zuchtmutter lebte 5 Zuchtjahre bei mir, bis sie drohnenbrütig und von einer Jungkönigin geduldet im sechsten Lebensjahr verschied.) Weitere vier Königinnen mußte ich meiner bevorstehenden Abreise wegen am Samstag bei der Post aufgeben, alle kamen gesund bei ihren Pflegern an, und ich hoffe sie stiften nun alle. (Irrtum: Nach der Mail eines Kollegen ging ich von der guten Ankunft der Königin in Mecklenburg-Vorpommern aus. Auf Nachfrage erfuhr ich soeben, dass das Kuvert seitens der Post beschädigt und seines kostbaren Inhalts beraubt wurde. Möge der Glückliche es dem Tier gut gehen lassen!) An der zweiten Norwegerin erfreut sich Andi aus Peine!
Und auch der Freund aus Göttingen hatte mit seiner Königin Erfolg; wie er mir mitteilte stiftet sie wunderbar!

 

Zum Ausfall der zu Testzwecken aufgestellten Elgon möchte ich fast vermuten, dass sie mit dem Wetter nicht klar kam.
Es bleibt zu hoffen, dass dieser unwirtliche Platz zu der gewählten Jahreszeit von anderen Bienen, insbesondere von Drohnen gemieden wird.
Wir wenigen Interessierten hätten somit die Möglichkeit einer sicheren Reinpaarung fast vor unserer Haustür.

 

In der Eile vor der Abreise vergaß ich es, Fotos von einer "fertigen" Lappländerin und von einer Norwegerin zu machen. Ich möchte Kai S., Ewald Z. und Andi G. bitten, mir doch ein Foto zukommen zu lassen. Gerne würde ich die Mädels hier zeigen.

Mein Tipp zum Zusetzen von Königinnen

 

Ich beschreibe hier meine in den vielen Jahren gesammelten Erfahrungen. Also auch Zusetzverfahren, von welchen ich mich im Verlaufe meiner Entwicklung verabschiedete.

 

Allgemeines

Das "Geschwätz" von Rassenhass stimmt ganz einfach nicht, so etwas kennt nur die angebliche Krone der Schöpfung. Es ist stets das Problem der Harmonie des Volkes und des Verhaltens der Königin. Junge Königinnen sind oft aufgeregt, und das reizt manche alte Arbeiterin. Gibt man der Königin jedoch die Möglichkeit, zu ihrer "majestätischen Gelassenheit" zu finden und in Eiablage zu gehen, so gelingt jede Einweiselung. Es ist insofern von großem Nutzen, Jungköniginnen, welche nicht im eigenen Ableger/Volke schlüpfen, in einem Kleinvolk, z.B. einem Begattungsvölklein, sich zu ihrer vollen Reife und Gelassenheit entwickeln zu lassen. Die Königin muß ruhig über die Waben ziehen und fein stiften! Es ist auch unbedingt darauf zu achten, per Post erhaltene ältere Königinnen, welche länger als drei Tage unterwegs waren, niemals im Versandkäfig dem künftigen Ableger/Volk zuzusetzen (siehe unten). Königinnen, welche wenigstens drei Tage (meine Erfahrung - in der Literatur werden oft 5 Tage genannt) außer Eiablage waren, haben es sehr schwer, von einem normalen Ableger oder einem Vollvolke angenommen zu werden. Per Post erhaltene Königinnen sollen grundsätzlich nicht im Versandkäfig (Versandkäfige sind grundsätzlich keine Zusetzkäfige) einem Ableger/Volk zugesetzt werden, sondern wie Jungköniginnen (s.o.) über ein Kleinvolk oder noch besser nach meiner Methode (s. c) unten) mit der Wabentasche, wenigstens jedoch unter Aufsteckgitter, (s. b) unten) zu zuzusetzen.

Das Zusetzen in einen Kunstschwarm ist von Vorgestern und absolut nicht angezeigt, weil auf diese Weise mehr Königinnen um- als davonkommen.

 

Folgende Möglichkeiten haben wir:

a) Zusetzmethode für jüngste, nicht ausgereifte Königinnen

   (über Begattungsvölklein)

Die Begleitbienen gegen jüngste Bienen des künftigen Völkleins austauschen (man lässt die Begleitbienen fliegen!) und (nur bei dieser Methode) den Versandkäfig einem Begattungsvölklein zusetzen. Die Bienen, nicht der Imker, sollen die Königin befreien; sie bleibt so lange im Begattungsvölklein, bis sie
1.stiftet und
2.sich sehr ruhig verhält.
Nun kann das Völklein in der bekannten Weise dem künftigen Volke/Ableger aufgesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass das aufnehmende Volk keine Möglichkeit mehr hat, aus vorhandener Brut eine Königin nachzuschaffen (9-Tage-Frist). Zur Sicherheit ist zwischen Volk und aufgesetztem Völklein einen Tag lang ein bienendichtes Gitter und danach erst ein Zeitungspapier, in welches ich mit einem Nagel einige Löcher stanze, zu legen.

 

b) Zusetzmethode unter Gitter

Die Königin samt Begleitbienen wird unter einem großen Aufsteckkäfig von mindestens 10x15 cm (Fachhandel oder Eigenbau - siehe Sommer 2010, "Die dritte und vierte Woche") auf lückenhafte schlüpfende Brut gesetzt. Dabei bitte auf genügend Futterzellen achten, gegebenfalls auf die untere Innenseite des Käfigs etwas Futterteig legen. Zudem ist es geboten, einige allerjüngste Bienen aus dem Volke mit unter den Käfig zu setzen. Der größte Fehler ist es, Königinnen unter Gitter auf brutfreien und Honigfreien Waben zuzusetzen, wie es zum Beispiel in Pfefferle's Buch "Imkern mit dem Magazin" beschrieben ist. Die Königin kann freilich legen, doch fehlen Pflegebienen zur Brutpflege nach dem Schlüpfen der Larven und auch zur besten Versorgung der Königin.

 

c) Zusetzmethode in der bienendichten Wabentasche nach Bernd Klotz

Noch besser als das auch in der Literatur erwähnte (meist zu kleine) Aufsteckgitter (s.o.) eignet sich eine bienendichte Wabentasche, welche ich mir 2009 ausdachte. Dieses Zusetzverfahren ist ganz auf die Physiologie des Bienenvolkes ausgerichtet. Es ist die sicherste Methode, sowohl die Königin als auch die Begleitbienen (!) sicher dem neuen Volke zuzusetzen. Innerhalb der eine ganze Wabe mit schlüpfender Brut umfassenden Tasche schart und entwickelt sich um die Königin in kurzer Zeit im Volke ein Kleinvolk jüngster Pflegebienen und die Königin findet zunehmend freie Zellen zur Eiablage in großer Zahl, wodurch die Volksentwicklung nicht gehemmt wird. Ich wende diese von mir über Jahre erprobte allerbeste (!) Methode auch bei gerade weisellosen oder weisellos gemachten Völkern, bei sehr agressiven Völkern und durchaus auch bei drohnenbrütigen Völkern erfolgreich an. Bei Anwendung der Wabentasche kann problemlos und ohne Beachtung der 9-Tage-Frist in Völker mit offener Brut zugesetzt werden, ggf. festgestellte Weiselzellen sind auszubrechen. So wie keine Weiselzellen mehr angepflegt werden kann die Königin, auch wenn sie ggf. noch nicht stiftet, "entlassen" werden. Ist das aufnehmende Volk ohne schlüpfende Brut, so kann problemlos eine entsprechende Wabe aus einem anderen Volke eingewechselt werden.
Nach dieser Methode setzte ich einem Kollegen aus Ostvorpommern eine Königin in einen im Juni 2013 bei mir erworbenen 4-Waben-Ableger mit offener, jüngster Brut (!) zu. Nachdem keine Weiselzellen angepflegt wurden entließ er die Königin nach fünf Tagen. Ein Peiner Imkerkollege setzte eine neu erhaltene Königin einem Ableger zu und befreite sie nach 3 Tagen, nachdem er angeblich keine angepflegten Weiselzellen mehr vorfand. Eine Woche später kontrollierten wir gemeinsam den Ableger und ich fand sofort "die" Königin. Er stellte klar, dass die zugesetzte Königin gezeichnet und länger sei. So kam die Sorge auf, eine Weiselzelle übersehen zu haben und er bangte um den Verlust der zugesetzten Königin. Wir suchten weiter und fanden die gelassen über die Wabe ziehende Königin. Es waren also zwei Königinnen in einem 5-W-Ableger! Daraus wird sichtbar, wie gut die von mir ausgedachte "Gittermethode" funktioniert. Trotz einer vorhandenen und nicht entdeckten Jungfer oder Weiselzelle wurde die zugesetzte Königin angenommen.

Aber was tun wir nun mit der jungen Königin? war die Frage des Kollegen.

 

 

Hier meine Antwort:

 

 

d) Tauchbadmethode (gut geeingnet für Jungfern):
Begattungsvölklein bilden und eine Honiglösung herstellen. Die Königin / Junfer in die Honiglösung tauchen und sofort in das neu gebildete (!) Kleinstvölklein werfen.
Der Kollege war erstaunt und noch erstaunter, als er nach drei Tagen eine muntere und bereits stiftende Königin vorfand.

 

Noch ein Hinweis zum Zusetzen unter der bienendichten Wabentasche:

Am 16./17.9.2013 setzte ich drei aus Kvarnhult mitgebrachte Königinnen zwei am selben Tage weisellos gemachten F1-Vollvölkern und einem F1-6-Waben-Ableger (mit Brut in allen Stadien) zu. Zur Anwendung kamen Wabentaschen, wie ich sie bei Sommer 2013 vorstelle. Wie absolut sicher und sinnvoll diese Zusetzmethode ist durfte ich am 25. 9.2013 feststellen: Alle Königinnen bestifteten die Wabe, und alle wurden angenommen. Es gab also keinen Brutverlust wie bei anderen Methoden und es gab keine toten Königinnen. Den an den neuen Wabentaschentypen angebrachten Zusetzschlitz gab ich am 23.9. frei, so konnten Bienen nach Belieben in die Wabentasche einziehen, wovon sie auch eifrig Gebrauch machten. Bei allen drei Völkern verblieben die Königinnen dennoch in der Tasche, was darauf hindeutet, dass sie sich wohl fühlten. Um 17 Uhr des 24.9. entnahm ich die Wabentaschen und erkannte beim Verrücken der Waben eines zweizargigen Volkes, dass ich zwei Weiselzellen übersehen hatte, welche ich sodann ausbrach. Die Königin war jedoch bereits in das Volk entwichen, doch was tun zu dieser späten Stunde? Nichts, nur hoffen! Am folgenden Tage, dem 25.9., suchte ich bei absolut ungünstigem Wetter (Nieselregen, 13°, keine Schutzkleider, nur etwas Rauch!) bangen Herzens nach der Königin, und ich fand sie in der unteren Zarge wohlbehalten und ruhig über eine Wabe ziehend. Eine Kontrolle bei den beiden anderen Völkern zeigte auch ein positives Ergebnis! Ich kann deshalb diese Methode nur empfehlen und dazu raten, von Experimenten abzusehen.

 

Mehr dazu sehen und lesen Sie bei "Imkerei in Peine" unter "Willkommen im Bienenjahr 2014" bei "Zum weiteren Zuchtgeschehenf".

Das Aufsteckgitter von wenigstens einem Qudratdezimeter (je größer je besser!) bietet der Königin Platz um in Eiablage gehen zu können und dem Volk die Möglichkeit, sich an die neue Stockmutter zu gewöhnen. Doch in der Wabentasche kann die Königin länger verbleiben und ein Völklein im Volke bilden.

 

Die Bienendichte Wabentasche ....

... mit aufgelegtem Versandkäfig.

d) Zusetzen im Zweitschlupfverfahren

Über einem Formholz von 9mm Durchmesser wird aus einem Mittelwandstückchen eine Königinnenzelle von ca. 25mm Länge geformt. An der Zellenspitze ist mittels einer Nadel ein kleines Löchlein einzubringen, durch welches die Atmung der Königin sichergestellt ist und durch welches der erste "Zungenkontakt" der Königin mit dem Volke stattfinden kann. In diese Zelle bugsiert man die Königin, verschließt die Zelle z.B. mit einem Nicotnäpfchen, welches man in die entsprechende Halterung drückt. Nun wird die Zelle zugehängt. Innerhalb kurzer Zeit schlüpft die Königin in "ihrem" Volke, wodurch eine sichere Annahme zu erwartent ist. Diese Methode mag für das Zusetzen von Jungfern in Begattungsvölklein praktikabel sein, für "fertige" Königinnen weniger.
Bei mir glückte es nicht immer! Verglichen mit meiner Methode möchte ich das Zweitschlupfverfahren doch eher als Spielerei bezeichnen, ähnlich der Methode

mit der niedlichen Balancierstange.

Das Nicotnäpfchen wird in die "Nicot-Halterung" (links) gesteckt (die Königin ist als dunkler Schatten erahnbar)...

... an welcher das "Gut" in eine Wabengasse gehängt wird. Die Einweiselung hier erfolgte am 13.11. 2010 in mein letztes "Wald- und Wiesenvolk (F .... einer Ligustica-Königin). Innerhalb von sechs Stunden war die Königin befreit und lief ruhig im Volke. Der alten Königin gebe ich die Chance, auf drei Waben, welche ich dem Volk entnahm, zu überwintern. Ich kann aus ethischen Gründen keine Königin "abdrücken".

Nicot bietet übrigens "Zweitschlupfzellen" aus Kunststoff an. Diese Zellen sind an der Spitze mit einem Wachsplättchen zu verschließen. Nach meiner Erfahrung sind aus Wachs gefertigte Zellen günstiger, weil sie für die Königin "griffiger" sind als Kuststoffzellen.

 

Fazit

Die sicherste Variante für Königinnen ist b) (siehe dazu die Beurteilung eines "Altimkers" bei "Nicot-Zuchtsystem", kursiv, gelb), bei Jungfern ist c) vorzuziehen. Das Zweitschlupfverfahren ist eine unsichere Spielerei und das Zusetzen im Versandkäfig verbietet sich, weil mindestens 15% der per Versandkäfig zugesetzter Königinnen getötet werden. Der Versandkäfig ist eben ein Versandkäfig und nicht mehr!

 

11.8.12
Gestern stieß ich in einem "Fachforum" für die A.m.mellifera auf das Thema "Zusetzen von Königinnen". Es wird dort so viel Unsinn geschrieben, es werden Verfahren und techn. Hilfsmittel vorgestellt, welche nicht nur unpraktisch sind, sondern auch das Wissen über die Physiologie der Biene missen lassen. Im Juli Juli 2013 wurde mir ein Zusetzkäfig vorgestellt, welcher nicht nur der Königin samt ihren Pflegebienen viel Raum bietet und zudem mit einer Balancierstange zur Beruhigung der Königin ausgestattet ist. Um das Volk mit der Königin vertraut zu machen befindet sich an dem Käfig eine Tasche zur Aufnahme von Futterteig, welcher zur Versorgung der gekäftigten Tiere auch von der Käfigseite aus zugängig ist. Der Käfig schaut wohl niedlich aus, dennoch ordne ich ihn der Abteilung "Spielerei" zu. Die Königin hat weder Wabenkontakt und somit keine Chance zu stiften noch kann sie in ihr künftiges Volk "hineinwachsen", wie es bei meiner Methode der Fall ist. In dem erwähnten Fachforum fand ich auch Hilferufe, was bei Drohnenbrütigkeit zu tun sei. Auch dazu las ich nur Unsinn, auch dass es Anfang August zu spät sei, Weiseln nachzuziehen. Ich ziehe derzeit 4 Königinnen für Peine nach, und das am 65° nördlicher Breite! Die Einweiselung wird ca. Mitte September erfolgen, natürlich unter Gitter, und es wird ohne einen Ausfall gelingen.
Hoch intereressant waren Ausführungen zu instr. besamten Königinnen, deren Drohnenbrütigkeit beklagt wird. Auch mir liegen Klagen vor, welche sich auf jenen "umschrieben" Vermehrer und ehem. Kumpel eines gewissen Forenbetreibers beziehen. (Es ist schon schlimm, wenn Freundschaft in Hass umschlägt!) Ich besame seit Jahren instrumentell und jede Besamung gelang. Man muss auch hier ganz einfach "ein Händchen" haben und vor allem über Fachwissen verfügen. Und man sollte seriös sein!

Mein Tipp zur Bildung von Begattungsvölklein

 

Als Unterkunft sind Apidea allen anderen Systemen überlegen! Wer etwas anderes behauptet scheut alleine die Kosten dieser Kästlein!
Im Zuchtjahr 2014 konnte ich Apidea mit den Kieler Begattungskästlein eines Kollegen, welchem ich Hilfestellung bei der Zucht gab, vergleichen. Fazit: Die Kieler sind absolut ungeeignet. Die beiden Hauptprobleme sind die Belüftung und der Bodenabstand. Problem Nr. eins ist die untaugliche Belüftung über den Boden, wodurch es während der Kellerhaft zur Überhitzung des Völkleins mit folgenden Verlusten kommen kann. Wärme kann von Bienen nur schwerlich durch die Bodenbelüftung, zumal diese auch durch bei der Bildung des Völkleins totgefallene Bienen bedeckt werden kann, nach außen ventiliert werden, Das zweite Problem ist der Abstand zwischen Boden und Unterlage, welcher wegen der Bodenbelüftung zwingend ist. Der Nachteil ist, dass Flugbienen das enge Flugloch meiden und versuchen durch den Spalt zwischen Unterlage und Boden zum Belüftungsgitter und so in das Kästlein gelangen zu können. So stellte ich an dem Gitter flächenhaft anhaftende Bienen fest. Besonders ärgerlich war es, dass an zwei Kästlein die zur Paarung ausgeflogenen Königinnen auch den Weg in das Kästlein durch das Bodengitter suchten, weshalb ich sie im Völklein nicht vorfand und schließlich klamm am Bodengitter haftend entdeckte. Wegen der kalten Nacht kam meine Hilfe leider zu spät. Mit einem zwischen Boden und Unterlage eingeschobenen Holz konnte ich die Bienen schließlich zum "richtigen" Flugloch lenken. Meinem Imkerkollegen, der auch Kaninchenzüchter ist, empfahl ich, die Kieler seinen Kaninchen zu füttern, zumal er sie schon grün gestrichen hatte. Das Kieler-Begattungskästlein ist funktional eine totale Fehlkonstruktion, unhandlich und als Begattungskästlein zu groß dazu.

 

Vorbereitung des Apidea-Kästleins:
Um dem Völklein die Arbeit zu erleichtern setze ich zumindest ein ausgebautes Wäblein ein. Es darf auch ein Futterwäblein sein, aber nicht mehr, weil die Bienen nur über Arbeit zur Volksharmonie finden. Zur leichteren Befüllung des Kästleins mit Bienen ist das Mittelwäblein mit einer Mittelwand zu versehen. Ist man gewandt, kann man auch in der Mitte ein ausgebautes Wäblein verwenden. Dieses ist zur Befüllung des Kästleins mit Bienen herauszunehmen und sofort nach dem Befüllen einzusetzen. Unbedingt das Absperrgitter zur Futterkammer einsetzen, weil sich die Bienen sonst vorzugsweise in der Futterkammer zusammen ziehen. Als letzten Schritt die Futterkammer mit Schwimmern ausstatten.

 

Die Bienen:
Nicht bei der Bienenmenge sparen, 250ml sind gerade richtig.
Bienen auf der ausgewählten Wabe, ideal ist der "Unterhang", leicht besprühen und mit einem kräftigen Schlag in ein großes Gefäß (ich nehme einen runden Maurerkübel)einschlagen. Die Bienen auf ein Häuflein rütteln. Mit einem schräg zugeschnittenen Tetra-Getränkebehälter die Bienen aufnehmen und in das Apidea (Unterseite) einfüllen und kurz stauchen. Durch das nur mit einer Mittelwand versehene Mittelwäblein bzw. bei fehlendem Mittelwäblein sacken die Bienen sofort in das Kästlein ein. Die Kästlein umdrehen (bei nicht fest sitzenden Decken diese fixieren), stauchen, ggf. das Mittelwäblein einsetzen und sofort Flüssigfutter einfüllen. Auf keinen Fall während der Kellerhaft Futterteig füttern, weil die Bienen diesen nicht verflüssigen können. Stattet man die Kästlen nur mit Mittelwänden oder gar nur mit Mittelwandstreifen aus und füttert zudem Futterteig, so besteht auch bei einer vorhandenen Weiselzelle oder Jungfer die absolute Gefahr des Ausziehens der Völklein nach Freigabe des Flugloches. Dieser Unsinn wird gelegentlich bei Königinnen-Zuchtkursen gelehrt! Kästlein nun drei Tage oder bis man Harmonie (Ruhe, Futtereintrag, Bautätigkeit) feststellt in einem kühlen und dunklen Raum verwahren. Um Räuberei vorzubeugen ab Freiaufstellung keine Zucker-/Honiglösung, sondern nur Futterteig nachfüllen! Schlupfreife Weiselzellen können sofort nach Bildung der Völklein zugenhängt werden.

 

Noch etwas zur Räuberei

Bei festgestellter Räuberei das "überfallene" Volk wegstellen und an dessen Stelle unbedingt eine leere Bienenwohnung, am Besten mit leeren Waben, platzieren. So verliert sich die Räuberei und die auf leichte Beute ausgehenden Bienen machen sich nicht an das nächste Volk! Niemals nur das "überfallene" Volk wegstellen!

In der Literatur findet man dazu die seltsamsten Ratschläge, nichts hilft, nur voll gegen leer!

 

 

Mondscheinbegattung

 

Zum Ausklang des Zuchtjahres 2011 in Peine zog ich drei Königinnen, welche ich nach meiner sehr einfachen Variante der sogenannten "Mondscheinbegattung" paarte." Alle drei Königinnen gingen prächtig in Eiablage, obwohl sie nur an drei Abenden, davon ein richtiger "Regenabend", flogen. Es war interessant, das Verhalten der drei Bienenwesen zu studieren. Beim Öffnen der Fluglöcher stieben zuerst die Arbeiterinnen einem Schwarm gleich aus den Bienenwohnungen, nach ca. 10 Minuten zeigten sich die ersten Drohnen, nach weiteren 10 Minuten erschienen die Jungfern. Bei einer gezeichneten Königin konnte ich den Orientierungsflug beobachten und auch ihre Rückkehr vom zweiten Ausflug, versehen mit dem Begattungszeichen. Ich bin voll überzeugt, dass nach meiner Methode, die einfacher und biologisch günstiger ist als die in der Literatur beschriebene Art, Reinpaarungen erfolgten.

Zum Gelingen der Reinpaarung im Wege der Mondscheinbegattung ist ein ganz wichtiger züchterischer sowie ein biologischer Trick von Bedeutung. Bei Beachtung dieser "Tricks" führt Mondscheinbegattung zu absoluten Reinpaarungen.

 

Ich weise an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass ich mein Verfahren nur an Bezieher meiner Königinnen weitergebe. Meine restriktive Haltung hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern sie dient alleine dem Reinerhalt der von mir gepflegten Rassen und dem Fortbestand meiner Linien. Imkern in meiner Nähe informiere ich nicht, weil sonst mein Verfahren nicht mehr erfolgreich möglich werden.

Verdrängung der Drohnenbrütigkeit

 

In der Literatur sind viele Ratschläge zur Verdrängung (Heilung) der Drohnenbrütigkeit nachzulesen. Alle diese Empfehlungen sind mit Risiken behaftet, weil sie darauf angelegt sind, die Drohnenmütterchen aus dem Volk zu entfernen. Ein solches Unterfangen ist äußerst schwierig, weil Drohnenmütterchen schwer zu erkennen sind und in einem drohnenbrütigen Volke mehrere Afterweiseln vorkommen können. Zudem stimmt es eben nicht, dass Drohnenmütterchen grundsätzlich flugunfähig sind und bei einem Abfegen des Volkes in einem gewissen Abstand von der Bienenwohnung nicht zurück finden. Ich hatte schon böse Verluste zu beklagen, selbst bei einem Abfegen in zwei km Entfernung vom Standort. Befasst man sich eingehend mit der Physiologie des Bienenvolkes, so kommt man fast wie von selbst auf die Lösung, welche (außerhalb der Winterruhe) unschlagbar sicher ist und absolut keine Königinnen- und Bienenverluste folgen lässt.

 

Anfang Januar 2013 bat mich ein Kollege um Beschreibung meiner bis dahin nicht veröffentlichten, sondern nur angedeuteten Verfahrensweise (s. oben), welcher Bitte ich gerne nachkam. Er sinnierte sodann darüber, ob ein drohnenbrütiges Volk nicht grundsätzlich analog der Zucht im weiselrichtigen Volk zur Nachzucht von Königinnen verwandt werden könne, und was weiß ich noch .... Um Missverständnissen vorzubeugen nachfolgend nun doch meine Verfahrensweise:

 

Dem drohnenbrütigen Volke wird eine verdeckelte (!) Weiselzelle zugesetzt. Damit ist im Grunde schon alles getan. Noch niemals wurde eine Weiselzelle ausgebissen und noch niemals wurde die geschlüpfte Jungfer attackiert oder gar abgestochen. Das frisch geschlüpfte Mädchen bewegt sich in aller Ruhe auf den Waben, wird wie jede Jungfer von den Arbeiterinnen gepflegt und kein Drohnenmütterchen kümmert sich um die Konkurrentin, als wüssten sie, dass nur mit ihr der Fortbestand des Volkes gerantiert wird.

 

Zum besseren Verständnis meine jüngste "Operation" als Beispiel:
Anfang März 2012 stellte ich bei einem Ligustica-Volk Drohnenbrütigkeit fest. In einem für mein Vorhaben gebildeten starken Apidea-Völklein ließ ich in einem Nicot-Näpfchen (der leichteren Entnahme wegen) eine Weiselzelle anpflegen, welche nach deren Verdeckelung dem drohnenbrütigen Volke zugesetzt wurde. Ich fuhr danach für ca. drei Wochen nach Schweden und fand nach meiner Rückkehr sowohl die junge Königin als auch bereits ein schön angelegtes Brutnest vor. Das Ergebnis bestätigte, dass die Jungfer begattet war und die Drohnenmütterchen die Eiablage eingestellt hatten. Erstmals wandte ich dieses Verfahren so zeitig an, wodurch ich um die Erfahrung reicher wurde, dass bereits Mitte März brünstige Drohnen unterwegs sind, wobei ich allerdings davon ausgehe, dass die Drohnen aus dem drohnenbrütigen Volke stammten. Des Brutverhaltens der Ligustica wegen könnten jedoch auch überwinterte Ligustica Drohnen unterwegs gewesen sein.
Ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass ich dieses Verfahren ausschließlich zur Sanierung drohnenbrütiger Völker anwende. Nur darum geht es!
Natürlich können zur günstigen Jahreszeit dem drohnenbrütigen Volke mehrere verdeckelte (!) Weiselzellen zugesetzt werden, womit das Volk einen weiteren Zweck als "Brüter" erfüllte; doch wer will schon drohnenbrütige Völker haben? Also nochmals: Meine Intention ist alleine darauf ausgerichtet, drohnenbrütige Völker zu sanieren!

 

Auch die Anwendung meiner Zusetzmethode in der bienendichten Wabentasche führt bei Geduld zu einem guten Resultat!

An dieser Stelle möchte ich auf die Varroa-Situation in Schweden eingehen.

 

Grosse Landstriche Schwedens sind varroafrei; grob umschrieben ist es das Gebiet von Örebro bis hinauf an die finnische Grenze, mit Ausnahme des landwirtschaftlich geprägten und etwas milderen Tornetals, eines schmalen Streifens entlang der Grenze zu Finnland.

Ich selbst lebe in einem varroafreien Gebiet, einem zonenfreien Gebiet. Die Regelung der Zonen stellt sich wie folgt dar:

 

  • Zone 1, Befall flächendeckend (Südschweden insbesondere),
  • Zone 2, gelegentliches Vorkommen,
  • Zone 3, kein Vorkommen, jedoch Beobachtungsgebiet,
  • Zonenfreies Gebiet.

 

Für das gesamte Västerbotten, meinem Län (Provinz), gilt keine Zonenregelung.

 

Norrbotten, nördlich von Västerbotten gelegen, ist Zone 3, mit Ausnahme des Tornetals (Zone 2). Südlich von Västerbotten, bis hinunter nach Örebro, gilt auch keine Zone.

 

Bienen dürfen nur "nach unten" verbracht werden; also von zonenfrei nach Zone 3, von Zone 3 nach Zone 2 usw. Es erfolgt eine strenge Handhabung seitens der Landwirtschaftsverwaltung, verbunden mit einer jährlichen (kostenlosen) Kontrolle der Bestände durch den "Bisheriff" (Bienensheriff).

 

Bienenvölker dürfen nach Schweden nicht eingeführt werden.

 

Für Königinnen gilt eine "mildere" Regelung in der Weise, als diese auch von unten nach oben, also von Zone 1 nach Zone 2 usw. verbracht und auch eingeführt werden dürfen, sofern sie zuvor (Importköniginnen in Schweden natürlich) einer amtlichen Untersuchung zugeführt worden sind und die entsprechende Genehmigung erteilt wurde.

 

Interessantes vom Schwedischen Imkerverband

Auszüge aus der Statistik des Sveriges Biolares Riksförbunds (veröffentlicht im Mai 2007):

Honigertrag 2006 je Volk (+Kalmar läns södra mit 64,2kg/ -Norrbotten mit 28,2 kg)

  • 39,7 kg im gesamten Reich,
  • 30,8 kg in Västerbotten (meinem län).

 

Winterverluste, Verluste durch Bären (+Uppsala u. Västmanland mit 38%/ -Västerbotten mit 10%)

  • 13% im gesamten Reich,
  • 10% in Västerbotten.

 

Im Jahre 2006 gab es 19 "Bärenübergriffe" mit 29 zerstörten Bienenvölkern, darunter auch eines von mir (dokumentiert in der Übersichtkarte). Die schwedische Bärenpopulation betrug im Jahre 2005 ca. 2550 Tiere, hauptsächlich in der Region Norrland incl. Dalarna län, von denen 2- 3% der Kategorie "honungsbjörnar" (Honigbären) zuzurechnen sind. Der Zuwachs bei den Bären in Skandinavien incl. Finnland liegt bei rd. 5% pro Jahr!

Erklärung zu der Übersichtskarte

 

Weiss                                      

= varroafreie Zone

 

Gelb                                        

= Schutzzone, jedoch varroafrei

 

Rot                                          

= Varroagebiete Zone 1 und 2

 

Schwarz umrandete Flächen  

= wichtige Gebiete der Nordischen (Dunklen) Biene

 

Schwarze Flächen                

= Bärenübergriffe auf Bienenvölker mit zerstörten Völkern

Abgabe von Königinnen

 

Wegen des hohen Betreuungsaufwandes (Schwarmkontrolle) werde ich ab 2017 die Pflege der Dunklen Biene ganz einstellen und mich ausschließlich der pflegeleichten Ligustica und VSH-Ligustica zuwenden. Das ist nicht gegen diese wunderbare Biene gerichtet, es hängt mit den Folgen meines Unfalles im Februar 2015 zusammen.  Es geht gesundheitlich nicht mehr.

(Juli 2017)

Reinzucht oder F1?
An dieser Stelle möchte ich ein Thema anschneiden, welches immer wieder in Imkerforen auftaucht: Soll man als an der Dunklen Biene interessierter Imker oder Anfänger mit Reinzuchtvölkern der A.m.m. beginnen oder ist es sinnvoller, sich an F1 zu "üben"?
Meine Antwort dazu:
Hat man als seriöser Züchter Interesse an der Verbreitung der Dunklen Biene, so darf man niemals zu F1 raten, weil man nicht weiss, wie sich "das Resultat" verhalten wird! Das hat nun nichts mit der angeblichen höheren Abwehrbereitschaft von F1 zu tun, sondern damit, dass man bei freien und damit unkontrollierten Paarungen nur das Verhalten des Muttervolkes der Königin kennt, nicht aber das Verhalten der Völker, aus welchen die zur Begattung der Königinnen gelangten Drohnen stammen. Entstehen aus einer solchen Verbindung nun zufällig sogenannte Stecher, so ist der Dunklen Biene ein Bärendienst erwiesen, weil der an der Dunklen Biene interessierte Imker im Verhalten des F1 Volkes die "Imkerstammtisch-Parolen" in Bezug auf die Dunkle Biene hautnah zu spüren bekommt, obwohl die Stechlust durchaus auf das Erbgut eines der Vatervölker zurück zu führen ist. Diese Aussage ist allgemein gültig und darf nicht im Blickwinkel der Dunklen Biene gesehen werden.
In einem Spezialforum wird "zum Einstieg" insbesondere auch aus Kostengründen zu F1 geraten. Reinzuchtköniginnen seien zu teuer, um an ihnen Erfahrungen zu sammeln. Das ist natürlich barer Unfug, weil Reinzuchtköniginnen der Dunklen Biene nicht teurer sein müssen als Reinzuchtköniginnen anderer Rassen.

Gewährleistungsausschluß

Ich gewährleiste, dass nur excellente und vitale Königinnen der Rasse Apis mellifera mellifera aus hochnordischen Linien sowie der Rasse Apis melllifera ligustica dänischer und schwedischer Ursprungslinien, welche sich zum Zeitpunkt der Abgabe in Eiablage befanden, abgegeben werden. Eine darüber hinausgehende Gewährleistung, wie lebende Ankunft der Tiere, erfolgreiches Zusetzen der Königinnen in die Völker, kann nicht gegeben werden. Für eine sichere Reinpaarung meiner in Deutschland gezogenen Königinnen kann ich keine Gewähr übernehmen, weil  selbst in extremer Höhenlage, wo ich begatten lassen, eine bienenfreie Umgebung nicht absolut garantiert werden kann.
Bei Drohnenbrütigkeit einer Königin innerhalb des auf das Versandjahr folgenden Jahres wird bei Rückgabe der lebenden Königin und nach Feststellung der Drohnenbrütigkeit durch mich, sowie gegen Übernahme der Express-Portokosten in Höhe von 11 €, kostenlos Ersatz geleistet.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich vorrangig zur Deckung meines eigenen Bedarfes und folglich nur eine begrenzte Zahl Königinnen ziehe. Überzählige Königinnen gebe ich an ausgewählte Imker ab. Angesichts meiner Zucht in 2 Regionen Europas deckt der Preis meiner Tiere meine Selbstkosten.

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© Bernd Klotz