Kvarnhult
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IMKEREI IN PEINE

Gundsätzliches

 

An dieser Stelle berichte ich von Oktober 2009 an gelegentlich -und nur ein wenig- über meine Völkerpflege in Peine. Diese Seite führe ich nicht streng chronologisch, sondern mehr thematisch, weshalb vorhandene Themen durchaus aktualisiert werden:

 

Als überzeugter Liebhaber der Dunklen Biene stellte ich im September 2009 meine Völker in Peine (bis auf zwei Völker, eines F3 Ligustica, eines F1 Elgon) auf die Apis mellifica mellifica um. Im Frühjahr 2010 sollen meine Völker sämtlich auf die A.m.m. umgestellt sein. Kvarnhulter Eliteköniginnen aus sechs Linien mit einem Genomfaktor zwischen 94% und 100% Apis mellifica mellifica werden den Grundstock bilden.

 

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich die Reinzuchtköniginnen nach dem 10. September 2009 erfolgreich in Ligustica-/Elgonvölker (L F3/E F1) einweiselte. Hier zeigte sich wieder einmal, wie unwissend viele Imker sind, indem sie Bienen Rassenhass unterstellen.

 

Stand 2011
Meine große Liebe zur gelben Apis mellifera ligustica konnte ich nur für kurze Zeit unterdrücken, weshalb ich mir 2011 wieder 4 Reinzuchtköniginnen unterschiedlicher Linien bewährter Züchter aus Dänemark und aus Schweden zulegte. Mehr dazu siehe "Mein Werdegang als Imker", letzter Absatz.

 

Stand Herbst 2016

Inzwiachen reduzierte ich die Dunklen auf 3 Reinzuchtvölker aus 3 Linien.

Den Bestand der Ligustica aus 4 Linien erhöhte ich stark. Hinzu kamen 2 Ligustica-VSH-Königinnen.

So schauen meine Bienenstände in Peine aus:
Der große Wald-Stand und ein Zwei-Zargen-Häuschen in meinem Garten.

Der große Waldstand auf meinem Moorwald-Grundstück in Peine.

Zucht 2021

Am 11.05.2021 schlüpfte eine Königin aus einer instr. besamten Reinzucht-Königin "Apis Donau" aus dem Jahre 2020. Ich wollte einfach mal sehen, was so alles angeboten wird. Die Königin wurde im Mai 2021 dronenbrütig und ging ab. Die Jungkönigin hat zwei dunkle Endsegmente, was ok ist, aber leider sind alle weiteren Segmente an den Kanten dunkel. Zufrieden bin ich nicht, aber was kann das Tier dafür?

Heute, dem 20.05.2021, schlüpfte eine "Testkönigin" aus einer meiner Zuchttiere. Die Jungkönigin ist kräftig und sehr schön gelb (noch etwas blass), mit zwei dunklen Endsegmenten, was von mir toleriert wird.

Am 24./25.05.2021 wird eine Serie aus einer anderen Zuchtmutter schlüpfen.

(Handy-Foto)

 

Die inzwischen sehr schön gelb ausgefärbte Königin besamte ich am heutigen 29.5.2021. Zum richtigen Zeitpunkt der Besamung ist zu sagen, dass bei einer Besamung am 5. Tage nach dem Schlüpftag es meist Probleme insofern gibt, dass die Königin nicht bereit ist, das Sperma aufzunehmen. Häufig quillt das Sperma nach der Besamung wieder heraus. Nach meiner Erfahrung sollte die Besamung nicht vor dem 6. Tage nach dem Schlüpftag erfolgen, ideal ist der 7. oder der 8. Tag. Aber auch 14 Tage nach dem Schlüpftage klappt die Besamung problemlos. Es ist ja auch so, dass Nachbesamungen nach sehr langer Zeit möglich sind.

Ich schaute mal auf die Uhr, um zu sehen, wie hoch der Zeitaufwand ist. Zuerst sind sämtliche Utensilien (Besamungsspritze, Spritze, Greifer, Tupfer) im Dampfsterilisator zu sterilisieren und herzurichten: Die zur Sterilisierung zerlegte Besamungsspritze ist zusammenzubauen, danach ist in der Spritze Kochsalzlösung aufzuziehen und in die Besamungsspritze einzuführen. Nun erfolgt die Herrichtung des Besamungsgerätes (Einbau der Besamungsspritze und der Greifer). Der größte Aufwand ist das Einfangen der (Flug-) Drohnen (nur bei Flugdrohnen findet man viele geschlechtsreife Tiere) und das Aufziehen des Spermas in die Besamungsspritze. Die "Spermasäule" in der Kanüle der Besamungsspritze sollte nach meiner Erfahrung 2 cm betragen. Dazu benötigte ich 35 Drohnen, von denen 27 mehr oder weniger Sperma trugen. Bei guten Spermaträgern sind 15 Drohnen ausreichend. Als letzter und entscheidender Akt ist die Königin im Halteröhrchen zu fixieren und mit Kohlensäure zu betäuben. Sodann erfolgt die Einführung der Besamungskanüle in die Scheide und das Einleiten des Spermas. Fertig. Zeitaufwand insgesamt 75 Minuten.

Ca. 2 Stunden vor der Besamung ist die Königin im Raum fliegen zu lassen und ca. 3-4 Min. mit Kohlensäure zu betäuben. Ist die Königin nach der Besamung wieder vital, ist sie nochmals 3-4 Min. zu narkotisieren, so geht sie recht schnell in Eiablage. Gesamter Zeitaufwand ca. 30 Minuten.

Zusammen also sind für eine Besamung rd. 100 Minuten notwendig. Rechnet man die Entnahme der Königin und deren Wiedereinsetzen in das Volk hinzu, kommt man bei seriöser und erfolgreicher Arbeit auf ca. 2 Stunden Zeitaufwand für die Besamung einer Königin.

Die instrumentelle Besamung ist also sehr zeitaufwändig und bedarf auch reichlicher Erfahrung. Es ist alles nicht so einfach!

 

Am 26./27.5.21 schlüpften weitere Königinnen, welche ich am 2.6.21 besamen werde. Sie dürften ab dem 8./9.6. in Eiablage gehen.

 

Am 1.6.21 besamte ich einige Königinnen:

2 Std. vor der Besamung lässt man die Jungfer im Raum fliegen, danach, und nochmals nach der Besamung, wird sie mit Kohlensäure betäubt. Dadurch geht die Königin besser/schneller in Eiablage.

Die Besamung:

 

Das "Werkzeug" zur Besamung:

Unten Spritze zum Einfüllen der Kochsalzlösung (oben) in die Besamungsspritze,

Besamungskanüle (kommt vorne auf die Besamungsspritze),

Tupfer zum Entfernen von Spermatropfen und Spermapfropfen an der Kanüle,

Besamungsspritze.

 

Das Besamungsgerät ist bereit. An der Spitze der Besamungskanüle (oben unter dem Kaltlicht), welche mit Kochsalzlösung als Puffer gefüllt ist, sieht man ca. 4mm"Luft". Dieses Luftpolster ist notwendig, damit das Sperma nicht mit der Kochsalzlösung vermischt wird.

Unten rechts der Stachelgreifer, links der Ventralhaken. In der Mitte unten das Halteröhrchen für die Königin.

 

Die zeitaufwändigste Arbeit ist das Einfangen der "Flugdrohnen" und vor allem die Spermaentnahme. Auf dem Zwiebelstück des Penis ist das gelbliche Sperma zu erkennen. In der Spermakanüle steht bereits eine Spermasäule von ca. 2 cm. Diese Menge ist zur ausreichenden Besamung notwendig.

Drohnenbedarf für eine Besamung. Viele Drohnen tragen kein Sperma. Fängt man "Flugdrohnen" am Flugbrett ab, ist der Erfolg besser, als Drohnen von den Waben zu nehmen.

Besamungsvorgang.

Rechts der Stachelgreifer, mit welchem der Stachel nach rechts gezogen wird, links der Ventralhaken, mit welchem das letzte Segment nach links gezogen wird. Dadurch wird das Geschlechtsorgan der Königin freigelegt, in welches die Kanüle ca. 3-4 mm eingeführt wird. Es bedarf einer geringen Drehung der Schraubspindel des Zylinders der Besamungsspritze, worauf das gesamte Sperma in die Samenblase eingesogen wird. Um das "bestimmte Löchlein" in der Stachelkammer zu finden ist Erfahrung nötig.

Fertig. Das Mädchen "schläft" noch von der Anästhesie mit Kohlensäure.

Reaktionen auf meine Königinnen:

 

Stephan schreibt am 24.6.21:

Guten Morgen Bernd,
ja, sie kam gestern an. Sie sieht wirklich klasse aus und ich setzte heute in ihr neues Volk.

Gruß,

Stephan

 

Marc schreibt am 11. 7.21:

Hallo Herr Klotz,

ich wollte mich nur einmal ganz herzlich für die Königin bedanken! Was für eine Schönheit, ich bin absolut begeistert!
Die kleine sitzt in einem Kunstschwarm und hat schon ordentlich gestiftet, sie hat den Transport offensichtlich sehr gut überstanden.
Nach über 3 Jahren Suche habe ich nun endlich eine passende Ligustica und freue mich sehr auf die gemeinsame Zeit mit ihr!

Vielen Dank, viele Grüße aus dem Ruhrgebiet und Ihnen einen schönen Abend,
Marc

 

Andre schreibt am 11.7.21`:

Guten Abend Herr Klotz,
die Königinnen sind gut angekommen und Stiften bereits.
P.S. Der Schwamm im Versandkäfig, ich denke mal bzgl. Wasseraufnahme, ist eine gute Idee.
Einen schönen Abend und alles Gute wünscht
Andre

(Anmerkung: Ich verwende Versandkäfige mit 2 Futterkammern. In die kleinere Kammer lege ich einen mit Wasser getränkten Schwamm. Das hilft den Bienen besser die eintägige Reise mit DHL-Express durchzustehen. Als Versandkuvers nehme ich mit Luftpolsterfolie ausgekleidete und mehrfach gelochte DIN A5 Kuvers.)

Dieses Bild einer meiner wunderschönen gelben Mädels  schickte mir heute (11.7.21) ein weiterer begeisteter Kollege, mein Landsmann G.M. aus dem Ländle.

Jan aus Belgien schreibt am 15.7.21:

Gute Nachrichten, Bernd,

ich habe jetzt zum ersten mal nach den Königinnen gesucht (nach 3 wochen): sie machen es sehr gut: 5 Rahmen voll mit Brut. Schöne geschlossene Brut. Die Königinnen sind sehr ruhig. Sie befinden sich jetzt in Bienenstöcken mit sechs Rahmen. Nächste Woche muss ich sie in große Bienenstöcke setzen.

Vielen Dank. Die Brut ist wunderschön. Keine diploiden Drohnen. Wie vermeidet man zu viel Inzucht? Wie lange machst duschon ohne 'neues Blut' arbeiten ?Sie sind ein sehr erfahrener Besamer.

Grüße,

Jan

 

Am 27.7.21 berichtete mir der Kollege, dass beide Königinnen weiterhin bestens stifteten und die Ableger inzwischen auf 11 Rahmen säßen. Besser geht es nicht.

 

Die letzte Königin im Zuchtjahr 2021. Geschlüpft am 31.07.2021. Am 7.8. werde ich sie besamen. Sie ist eine sehr schöne Königin, total gelb ohne dunkle Endsegmente. Ein ganz tolles Mädchen. Leider ist sie auf dem Handy-Bild nicht sehr gut zu sehen. Im Zusammenhang mit der Besamungwerde ich ein weiteres Bild einstellen.

Schauen Sie mal das Apidea-Rähmchen an. Die Rähmchenschenkel der Apidea sind etwas labil und stehen oftmals unten auseinander, so dass sie an den Wänden streifen. Das verhindere ich, indem ich die Rähmchenschenkel mit Draht leicht konisch fixiere.

Am 07.08.2021 besamte ich die Königin. Der Besamungsvorgang ist abgeschlossen. Die Höhe der Spermasäule ist durch die weißliche Schicht im Innern der Kanüle erkennbar.

Eine wunderschöne Königin. Hier noch im Narkosezustand, weshalb sie noch leicht "zusammengezogen" erscheint.

Damit ist die Zuchtsaison 2021 beendet. Im nächsten Jahr dann wieder ...

(Handy-Fotos)

Im Trentelmoor habe ich eine große Vogelfütterung (siehe "Verschiedenes: Vogelfütterung). Seit Monaten  fehlt immer wieder die Abdeckhaube, und das, obwohl ich sie mit Stiften fixierte. Zudem ist die Fütterung stets binnen weniger Tage leer. Nun gimg ich mit einer  Wildkamera der Sache auf den Grund: EinWaschbär ist der Übeltäter.

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© Bernd Klotz